Belgrad - Der ehemalige serbische Präsident Milan Milutinovic dürfte sich schon bis zum Wochenende dem UNO-Tribunal für Kriegsverbrechen in Ex-Jugoslawien stellen. Wie der jugoslawische Vize-Justizminister Nebojsa Sarkic gegenüber der in Frankfurt erscheinenden serbischen Tageszeitung "Vesti" erklärte, würden am Donnerstag die technischen Einzelheiten der Überstellung vereinbart. Laut Belgrader Medienberichten geht es dabei darum, dem Ex-Präsidenten vor allem eine Auslieferung in Handschellen zu ersparen.

Der serbische Vizeministerpräsident Zarko Korac erklärte indes, dass die Regierung nächste Woche über die eventuelle Gefährdung der Sicherheitsinteressen des Staates durch die Auslieferung von Milutinovic beraten werde. Das Kabinett von Ministerpräsident Zoran Djindjic will es Milutinovic offensichtlich ermöglichen, sich selbst zu stellen, bevor das offizielle Auslieferungsverfahren in Gang kommt.

Milutinovic war im Mai 1999 der Kriegsverbrechen im Kosovo angeklagt worden. Er behauptet, in jener Zeit weder für das Militär noch die serbische Polizei zuständig gewesen zu sein. Gemeinsam mit Milutinovic sind auch der Ex-Generalstabchef Dragoljub Ojdanic und der ehemalige jugoslawische Vizeministerpräsident Nikola Sainovic angeklagt. Der Prozess gegen die ehemals engen Mitarbeiter des Ex-Präsidenten Slobodan Milosevic soll im September beginnen. (APA)