Wien - Die Grazer Wechselseitige Versicherung (GraWe) setzt ihren Wachstumskurs im Ausland fort und will ihren Prämienanteil außerhalb Österreichs von derzeit einem Viertel auf ein Drittel steigern. In einigen Jahrzehnten könnte das Ausland bereits mehr als die Hälfte der Prämie beisteuern, beim Ergebnis ist es schon jetzt ein Drittel, erklärte Generaldirektor Othmar Ederer am Mittwoch in Wien.

Kfz-Haftpflicht um fünf Prozent teurer

Im Ausland wuchs man im Vorjahr um 20 Prozent, im Inland um fast 7 Prozent, darunter in Schaden/Unfall dank starker Zuwächse im Auto-Bereich um 12 Prozent. Die Kfz-Haftpflichttarife wurden um 5 Prozent verteuert, die Gewinnbeteiligung in Leben von 6 auf 4 7/8 Prozent gekürzt. Der Wertpapier-Abschreibungsbedarf war 2002 trotz der anhaltenden Börseturbulenzen mit 20 Mio. Euro niedriger als 2001. Für 2002 werde die GraWe erneut keinen Gebrauch von den vor 13 Monaten gelockerten Bilanzregeln machen, so Ederer in einem Pressegespräch.

Bisher wurden die Auslandstöchter in den acht Staaten - Slowenien, Kroatien, Jugoslawien, Bosnien-Herzegowina, Ungarn, Bulgarien, Rumänien und Ukraine - in den vergangenen zwei Jahrzehnten alle von Grund auf als "greenfield operations" neu aufgebaut. In Kroatien ist die GraWe seit drei Jahren Marktführer in der Sparte Leben und mittlerweile der fünftgrößte Versicherer des Landes.

Adriatic im Visier

Die regionale Expansion bezeichnete Ederer als im Großen und Ganzen abgeschlossen, doch warte man noch die weitere Entwicklung in Montenegro, Moldawien und Mazedonien ab. Interessiert ist die GraWe laut Ederer an der demnächst mehrheitlich zum Verkauf stehenden viertgrößten Versicherung Sloweniens, der Adriatic in Koper. Als Interessenten für den 51-Prozent-Anteil wurden zuletzt Raiffeisen bzw. UNIQA sowie die belgische KBC Bank und der australische Rückversicherer QBE genannt. Dass der gestoppte Verkauf der Croatia Osiguranje neu aufgerollt werden könnte, um die sich auch GraWe und UNIQA bemüht hatten, erwartet Ederer für absehbare Zeit nicht. (APA)