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Eine pakistanische "Ghauri"- Atomrakete.

Foto: APA/ EPA/ Saeed Khan

Neu Delhi/Washington - Die jüngsten indischen Raketentests haben die Spannungen zwischen den Atommächten Indien und Pakistan erneut verschärft. Nach gegenseitigen Drohungen hat Indien am Donnerstag eine Mittelstreckenrakete getestet. Die Variante der Rakete Agni kann Atomsprengköpfe transportieren und hat eine Reichweite von 700 Kilometern. Das berichteten die indischen Medien. Pakistan warf Indien daraufhin "Kriegshysterie" vor. Derartige Tests könnten Indien keine Vorherrschaft in der Region verschaffen, sagte der pakistanische Informationsminister Sheikh Rashid.

Kritik der USA

Der Sprecher des US-amerikanischen Außenministeriums, Richard Boucher, erklärte am Donnerstag, es sei "enttäuschend", dass Indien eine Rakete abgefeuert habe, die Atombomben tragen kann. Der Test könne die Spannungen mit Pakistan verschärfen und erschwere es, einen nuklearen Wettlauf in der Region zu stoppen, sagte Boucher.

Pakistan droht mit "unvergesslicher Lektion"

Pakistan hatte am Mittwoch seine Mittelstreckenrakete Ghauri in Dienst gestellt. Beide Länder hatten 1998 Atomtests unternommen und verfügen nach Schätzungen internationaler Experten über mehrere Dutzend Atomsprengköpfe. Der indische Verteidigungsminister George Fernandes hatte Pakistan die nukleare Vernichtung angedroht, falls es Indien mit Atomwaffen angreife. Rashid hatte daraufhin gesagt, Pakistan werde Indien eine "unvergessliche Lektion" erteilen, falls es Atomwaffen einsetze.

Die verfeindeten Nachbarländer haben seit 1947 drei Kriege gegeneinander geführt, zwei davon um das geteilte Kaschmir. Indien wirft Pakistan vor, Moslem-Rebellen zu unterstützen, die für den Anschluss Kaschmirs an Pakistan kämpfen. Nach Terroranschlägen im Dezember 2001 und im Mai 2002 hatten sich die Spannungen zur Kriegsgefahr gesteigert. Beide Länder verfügen über ein Arsenal von Kurz- und Mittelstreckenraketen mit Reichweiten bis zu 2000 Kilometer. (APA/dpa)