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Die Fernsehproduktion in Wien ist nach Angaben des Investors Mirko Kovats, der das Werk im Dezember vom deutschen Grundig-Konzern übernahm, in den nächsten drei Jahren gesichert.

Foto: APA/Jaeger

Wien - Das Wiener Grundig-Werk in Meidling soll in Zukunft wieder den traditionsreichen Namen "Minerva" tragen. Das teilte eine Sprecherin des österreichischen Investors Mirko Kovats, der den Zuschlag für die Übernahme des Werkes erhalten hat, am Mittwoch mit. Voraussetzung für die Um- bzw. Rückbenennung sei ein erfolgreicher Abschluss der Verträge mit der deutschen Grundig AG. Dieser ist für März in Aussicht gestellt.

Kovats hat bei einer Betriebsversammlung am Mittwoch auch eine neue Leitung präsentiert: Die beiden langjährigen Mitarbeiter Sabina Paschek und Günther Bauer werden als Geschäftsführer eingesetzt. Der bisherige Geschäftsführer Herbert Mraz soll als Berater weiterhin zur Verfügung stehen, wurde betont.

Entflechtung

Laut der Sprecherin strebt Kovats mittelfristig eine Entflechtung vom deutschen Mutterkonzern an. Von den derzeit rund 800 Mitarbeitern sollen in Zukunft "knapp unter 700" im neuen Unternehmen arbeiten, 100 Personen bei einer Vertriebstochter, die im Konzern verbleibt. Der Standort Wien soll jedenfalls für die kommenden drei Jahre gesichert sein.

Betriebsrats-Chef Günther Hruby zeigte sich nach der Betriebsversammlung erfreut: "Jetzt hoffen wir, dass wir ganz viel verkaufen, damit die Arbeitsplätze erhalten werden." Eine Garantie dafür könne natürlich niemand abgeben, "aber es hat auch Übernahme-Kandidaten gegeben, die nur die Maschinen abmontiert hätten", betonte Hruby.

Investor Mirko Kovats hat sich im vergangenen Dezember mit Grundig über den Kauf des Werkes, in dem TV-Geräte produziert werden, geeinigt. Zuvor waren Meldungen aufgetaucht, der verschuldete Grundig-Konzern könnte das Werk schließen. Kovats ist unter anderem bereits an Emco, ATB Antriebstechnik und Austrian Energy beteiligt.

Das Grundig-Zeitalter hatte in Österreich 1968 begonnen: Damals hatte die deutsche Grundig AG mit der Wiener Radio- und Fernsehgerätefabrik Minerva Radio W. Wohlleber Co die Wiener Traditionsmarke "Minerva" geschluckt. (APA)