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Carlos Alberto Parreira führte die "Selecao" 1994 zum Weltmeistertitel.

Foto: APA/ Kitamura

Rio de Janeiro - Der Trainer der brasilianischen Weltmeister-Auswahl von 1994, Carlos Alberto Parreira, kehrt zur "Selecao" zurück. Der 59-Jährige wurde bis zur WM-Endrunde 2006 in Deutschland verpflichtet. Dies teilte der Präsident des nationalen Fußball-Verbandes (CBF), Ricardo Teixeira, am Mittwoch in Rio de Janeiro mit. Alt-Trainer Mario Jorge Lobo Zagallo werde den Posten des Beraters übernehmen. Das erfolgreiche Duo der WM 1994 wird den Angaben zufolge bereits beim ersten Spiel des fünffachen Weltmeisters im neuen Jahr am 12. Februar in China auf der Trainerbank sitzen.

Die Verpflichtung der beiden Erfolgstrainer - Zagallo war als Spieler, Trainer oder Koordinator als einziger bei den vier ersten WM-Siegen Brasiliens dabei - war von vielen Medien bereits am Dienstag als "beschlossene Sache" gemeldet worden. Parreira habe sich mit einem Gehalt einverstanden erklärt, das deutlich unter dem seines Vorgängers und Weltmeister-Trainers von 2002, Luiz Felipe Scolari, liegen werde, schrieb die Agentur "Globo". Scolari habe 250.000 Dollar (240.917 Euro) pro Monat bekommen.

Favorit gescheitert

Als großer Favorit auf das Amt des Nationaltrainers hatte monatelang der Trainer des FC Sao Paulo, Oswaldo de Oliveira, der im Jahr 2000 mit Corinthians die erste und bisher einzige Vereins-WM gewonnen hatte, gegolten. Parreira hatte mehrfach gesagt, dass er sich eine Rückkehr zum stressigen Job des Teamchefs nicht vorstellen könne. Er wollte lediglich einen Posten als Nationalelf-Koordinator akzeptieren. Freund Zagallo habe Parreira aber schließlich zur Zusammenarbeit überredet, schrieb die Zeitung "Estado".

Scharfe Kritik

Der neue Teamchef habe noch am Dienstag bei seinem Verein SC Corinthians Sao Paulo angerufen und seinen Vertrag gekündigt, hieß es. Parreira hatte Corinthians in der brasilianischen Landesmeisterschaft 2002 zum Vizemeistertitel hinter dem Überraschungsteam FC Santos geführt und übernimmt nun bereits zum dritten Mal die "Selecao". 1984 musste er nach dürftigen Ergebnisse zurücktreten, sieben Jahre später wurde er wieder brasilianischer Teamchef und stand am Zuckerhut zunächst lange unter scharfer Kritik, die erst nach dem WM-Titel 1994 verstummte. Unmittelbar danach erklärte Parreira "wegen des großen Drucks" seinen Rücktritt.

Nun aber setzt sich Parreira wieder dem Stress des brasilianischen Teamchefpostens aus. "Ich habe nicht erwartet, dass ich noch einmal zurückkehre. Ich habe meine ganzen Pläne und mein ganzes Leben in den vergangenen 24 Stunden komplett über den Haufen geworfen, aber ich freue mich schon auf die Herausforderung. Es ist eine Ehre, das größte Team der Welt zu betreuen", erklärte Parreira. (APA/Reuters/dpa)