Bregenz - Fünf Menschen starben zu Weihnachten bei einem Verkehrsunfall auf der S16, der Arlberg-Schnellstraße. Jetzt diskutieren Parteien und Verkehrsinitiativen wieder einmal über den Ausbau der Straße.

Landesstatthalter Hubert Gorbach (FP) und sein Verkehrssprecher Manfred Beck wollen die Erweiterung auf vier getrennte Spuren. Beck: "Autobahnen und Schnellstraßen mit getrennten Fahrbahnen sind die sichersten." Die Arlberg-Schnellstraße gelte, beruft sich Beck auf eine Untersuchung des Kuratoriums für Verkehrssicherheit "als eine der unfallträchtigsten Strecken Österreichs".

Was Klaus Robatsch, Verkehrsplaner im Kuratorium, nicht bestätigen kann: "Das Unfallrisiko liegt zwischen Dalaas und Bludenz unter dem österreichischen Durchschnitt." Gemessen an einer Million abgespulter Auto-Kilometer käme es zu 0,11 Unfällen mit Personenschaden (Durchschnitt: 0,12 bis 0,13), so die Beobachtungen der letzten drei Jahre.

Gegen den Ausbau der S16 sprechen sich die Anrainergemeinde Braz, die SP und Verkehrsinitiativen aus. Der Brazer Bürgermeister Walser und der VCÖ möchten lieber die Ausdehnung des Lkw-Fahrverbot an besonders verkehrsintensiven Saisonwochenenden. Andreas Postner, Sprecher der internationalen Antitransitgruppe "Transform" will eine Umbenennung der Arlberg-Schnellstraße in "Klostertaler Alpenstraße" mit neuen Tempolimits.

Die SP-Abgeordnete Olga Pircher erinnert an die Bahn und deren von der FP "auf den St. Nimmerleinstag verschobenen" zweigleisigen Ausbau. (jub, DER STANDARD Printausgabe 9.Jänner 2003)