Die Eisenbahner wollen streiken. Und zwar ernstlich: tage-, wochenlang. so droht es der Eisenbahngewerkschafter Haberzettl an. Widerstand gegen die "Zerschlagung der ÖBB", wie sie im Zehnpunkteprogramm der ÖVP in Form einer Aufteilung in drei oder vier selbstständige Unternehmen aufscheint. Widerstand gegen die angeblich geplante Privatisierung. Jedenfalls Widerstand. Wie sinnvoll das ÖVP-Reformprogramm ist, soll und kann hier nicht entschieden werden. Die öffentliche Aufmerksamkeit ist nur auf eine Kennzahl zu lenken: Der Subventionsbedarf der ÖBB beträgt derzeit jährlich 4,2 Milliarden Euro. Nur so als Größenordnung: Die gesamten Steuereinnahmen betrugen laut Bundesvoranschlag 2002 rund 58,5 Milliarden Euro. Der Zuschussbedarf der ÖBB macht also rund sieben Prozent der Steuereinnahmen aus. Oder kräftig mehr als die Ergebnisse der veranlagten Einkommenssteuer (3,3 Milliarden Euro) oder etwas weniger als die Körperschaftssteuer (4,7 Milliarden). Wütende Aufschreie und Darlegungen, dass man das so nicht vergleichen kann, werden sicher folgen.

Es sollen gar keine polemischen Schlüsse aus diesen Zahlen gezogen werden. Nur die einfache Darlegung: So viel kosten die ÖBB. (DER STANDARD, Printausgabe, 9.1.2003)