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Molterer: "Anfang übernächster Woche weiß man, wie man dran ist"

Foto: APA/Schlager

Übernächste Woche müsse klar sein, ob VP und SP miteinander können, sagt Willi Molterer im Gespräch mit Conrad Seidl.

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STANDARD:Sind Sie Mittwochnachmittag weiter als Mittwochfrüh?

Molterer: Es ist ein gutes Gespräch gewesen - ich habe den Eindruck: Alfred Gusenbauer weiß sehr gut über Reformnotwendigkeiten Bescheid.

STANDARD:Von "Reformnotwendigkeiten" reden ja alle - nur: Meinen auch alle immer dasselbe?

Molterer: Dass Auffassungsunterschiede bestehen, ist ja nicht überraschend, es sind ja zwei verschiedene Parteien. Zu meinen, dass da eine Entscheidung in die eine oder andere Richtung gefällt ist, wäre sicher falsch. Man muss aber die Gemeinsamkeiten und das Trennende kennen, um entscheiden zu können. Anfang übernächster Woche weiß man, wie man dran ist. Es ist notwendig, die Dinge im Detail fest zu machen. Auch aus unserer Erfahrung heraus - Stichwort: Pensionsreform 1997. Es kann nicht mehr so sein, dass man auf halbem Weg stehen bleibt.

STANDARD:Das bedeutet, dass praktisch schon die Gesetzesformulierung ins Regierungsübereinkommen muss?

Molterer: Ein Gesetz wird es nicht - aber die Eckpunkte. Darauf hat die Öffentlichkeit jedes Recht.

STANDARD:Da wird es unvermeidlich sein, dass das eine oder andere drin steht, was der jeweils eigenen Klientel weh tut. Die "roten" Eisenbahner haben ja schon aufgeschrien . . .

Molterer: Natürlich ist die Frage der Umsetzung auch an uns selbst gerichtet. Es wäre eine Fehleinschätzung, dass nur eine Partei Probleme hätte. Aber wir haben eine neue Qualität der Diskussion, eine neue Stimmungslage: Im Gegensatz zu früher, wo "Reform" ein Unwort war, würde man uns jetzt kritisieren, wenn wir es nicht machen. Die Leute wissen, was Not tut. (DER STANDARD, Printausgabe, 9.1.2003)