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Foto: Archiv

Angeblich langweilte sich Gabriele Fischer als Journalistin bei herkömmlichen Wirtschaftsmedien wie dem Hamburger "Manager Magazin", weshalb sie 1999 eine eigene Monatszeitschrift gründete. Der ungewöhnliche Name "brand eins" steht für die erste Hamburger Adresse des Verlags, nämlich Brandstwiete 1. Herausgekommen ist ein Hochglanzprodukt der etwas anderen Art: sparsamer bebildert, längere Lesetexte in streng sachlichem Layout.

Die übliche Blattstruktur mit Ressorts wie Wirtschaft, Außenpolitik etc., die viele Printprodukte aufweisen, wurde aufgebrochen und durch eine originelle Ausschilderung ersetzt. Hier heißen die Teile des Hefts "Was Wirtschaft treibt", "Was Unternehmen nützt" oder auch "Was Menschen bewegt".

In der jüngsten Ausgabe, die in Kooperation mit dem britischen "Economist" entstanden ist, wagen prominente Autoren Ausblicke in die Zukunft: Microsoft-Boss Bill Gates beschreibt, wie der PC langsam verschwinden und von unsichtbaren und allgegenwärtigen Rechnern abgelöst werden wird. Der US-Politikwissenschafter Francis Fukuyama, Autor der umstrittenen Theorie vom "Ende der Geschichte", beschreibt, wie die Fortschritte in der Biotechnologie das Denken der Menschen verändern werden.

Der Anspruch von "brand eins" ist hoch: Man wolle "Vertrautes auseinander nehmen und neu zusammensetzen", wahrnehmen, was dem Radar der Wirtschaftsmagazine von Großverlagen entgangen sei.

Allen düsteren Wirtschaftsprognosen zum Trotz hat brand eins noch etwas vom Optimismus der New Economy. Nicht allein: Auch das Internetmagazin Wired kämpft ja noch gegen die allgemeine Trübsalbläserei an. (Johanna Ruzicka/DER STANDARD, Printausgabe, 9.1.2003)