Washington - Der Anführer einer rassistischen US-Gruppe ist am Mittwoch in Chicago wegen angeblicher versuchter Anstiftung zum Mord an einer Bundesrichterin von einer FBI-Anti-Terror-Einheit verhaftet worden. Der 31-jährige Matthew Hale, der sich "Pontifex Maximus" der "Weltkirche des Schöpfers" nennt, soll wegen eines Rechtsstreits um den Namen der Gruppe versucht haben jemanden zum Mord an der Richterin anzuheuern. Nach einer Beschwerde einer anderen Vereinigung im US-Bundesstaat Oregon, die denselben Namen für sich geschützt hat, hatte die Richterin der Gruppe Hales die Verwendung des Namens untersagt.

Die "Weltkirche des Schöpfers" (World Church of the Creator) gilt als eine der am raschesten wachsenden rassistischen Gruppierungen in den USA. Sie propagiert eine "Vorherrschaft der weißen Rasse" auf der ganzen Erde. Einige ihrer Mitglieder haben Gewalttaten gegen Juden, Christen, Asiaten und Schwarze begangen. Ein Anhänger der Gruppe, Benjamin Smith, hatte Anfang Juli 1999 bei einem Amoklauf zwei Menschen getötet und neun verletzt. Die Opfer waren orthodoxe Juden, Schwarze und Asiaten.

Matthew Hale hatte sich im Jahr 1992 zum Führer der "Partei der Nationalsozialistischen Weißen Amerikaner" ausgerufen. Später hatte er Rechtswissenschaften studiert, wegen seiner rassistischen Ansichten wurde er jedoch vom Ethik-Komitee der Anwälte im US-Bundesstaat Illinois nicht zum Anwaltsberuf zugelassen. Im Falle einer Verurteilung wegen versuchter Anstiftung zum Mord drohen ihm nun bis zu 30 Jahre Haft. (APA)