Bild nicht mehr verfügbar.

Die heutige Sitzung mit dem französischen Außenminister Dominique de Villepin in Peking

Foto: APA/AFP/Frederic J. Brown

Peking/Tokio - China hat vor einer Eskalation in der Krise um das Atomprogramm Nordkoreas gewarnt. Bei einem Treffen mit seinem französischen Amtskollegen Dominique de Villepin sagte Chinas Außenminister Tang Jiaxuan am Donnerstag in Peking, alle Seiten wollten die Frage durch Dialog lösen. Es sei jetzt wichtig, den Stillstand zu beenden, zitierte die Sprecherin Zhang Qiyue den chinesischen Außenminister. China unterstütze alle Bemühungen mit diesem Ziel. Nordkorea würde nach Angaben aus Diplomatenkreisen sein Atomprogramm aufgeben, wenn die USA eine Erklärung zum Verzicht auf Gewalt aus dem Jahr 2000 erneuern würden.

Tang Jiaxuan hatte am Vortag auch mit US-Außenminister Colin Powell telefoniert. In dem Gespräch habe Powell versichert, dass die USA keine feindlichen Absichten gegenüber Nordkorea hegten und das Problem flexibel durch Dialog lösen wollten, zitierte die Sprecherin. Chinas Außenminister habe gesagt, nur durch Dialog könnten die Spannungen verringert und die Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel verwirklicht werden.

"Diplomatie geht verschiedene Wege"

Auf Chinas Rolle als traditioneller Freund Nordkoreas angesprochen, sagte die Sprecherin, es gebe "häufige Kontakte mit allen betroffenen Parteien". Sie machte auch deutlich, dass China nicht über alle seine Bemühungen offen spricht. "Diplomatie geht verschiedene Wege." Nach Angaben von westlichen Diplomaten ist China tief beunruhigt über die Nuklearpläne seines Nachbarn. Peking pflegt demnach vor allem über das Zentralkomitee der Kommunistischen Partei viele Kontakte mit Parteiorganen in Pjöngjang.

Nordkorea scheint unterdessen zu einer erneute Einstellung seines Atomprogrammes bereit zu sein. "Eine nochmalige Bestätigung des gemeinsamen Kommuniques von Oktober 2000 würde ausreichen", hieß es am Donnerstag aus Diplomatenkreisen. "Der Norden würde einer Aufgabe seines Atomprogrammes zustimmen, wenn die USA das gemeinsame Kommunique erneuern würden."

In der damaligen Erklärung hatten beide Staaten versichert, "keine feindseligen Absichten" zu hegen. Die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel waren gestiegen, nachdem Nordkorea nach US-Angaben zugegeben hatte, vertragswidrig ein Programm zum Bau von Atomwaffen zu unterhalten. (APA/dpa/Reuters)