Wien - Die Finanzexperten der Raiffeisen Zentralbank (RZB) erwarten für das Jahr 2003 in den USA ein Plus beim BIP von 2,2 Prozent. Im Euroland hätten sich die Vorzeichen verschlechtert. Ein erst im zweiten Halbjahr zu erwartender Konjunkturaufschwung lasse nicht mehr als 1,2 Prozent BIP-Wachstum zu. Den Rahmenbedingungen für die Prognose sei bereits ein "zeitlich begrenzter Irak-Krieg" unterstellt worden, so die am Donnerstag veröffentlichten Volkswirtschafts- und Finanzmarktanalyse "Strategie West".

Der Zyklus der Zinssenkung ist nach Meinung der Experten nun abgeschlossen. Mit einer Anhebung der Leitzinsen durch die US-Notenbank Fed werde jedoch frühestens in der zweiten Jahreshälfte gerechnet. Von der EZB werden erst gegen Ende des Jahres erste Zinsschritte nach oben erwartet.

"Rückschlagsgefahr"

"Rückschlagsgefahr droht den Aktienmärkten vor Beginn eines Irak-Krieges", meinen die RZB-Analysten weiter. "Mit der Absehbarkeit eines amerikanischen Erfolgs sollte sich die Risikobereitschaft der Anleger wieder verbessern und eine signifikante Kurserholung bis ins zweite Quartal ermöglichen", heißt es im Bericht weiter. Auf Grund hoher Gewinnschätzungen für europäische Unternehmen sehe man in den USA "tendenziell mehr Kurspotenzial".

"Der Euro befindet sich im Aufwind", meinen die Experten außerdem und begründen dies mit den Zahlungsbilanzschwächen der USA, Kriegsspannungen und den relativ hohen Geldmarktzinsen. Erst mit einer Aufhellung der Finanzmärkte sei eine Dollarstabilisierung im 2. Quartal 2003 zu erwarten. Der Schweizer Franken "profiliert sich noch als Krisenwährung", dürfte aber ab 2003 etwas schwächer werden, glauben die RZB-Fachleute.(APA)