Bild nicht mehr verfügbar.

Eine ältere Bäuerin beim Reispflanzen

Foto: APA/dpa/Beck

Arlington - Ein internationales Forscherteam hat bei Untersuchungen des Reisgenoms erstmals so genannte "springende Gene" gefunden. Die Identifizierung der "springenden Gene", die auch als aktive Transposons bezeichnet werden, erfolgte im Zuge der Auswertung der genetischen Daten der beiden am häufigsten angebauten Reissorten Oryza sativa japonica und Oryza sativa indica. Die Entdeckung der aktiven DNA-Abschnitte ist für die Forschung an der Reispflanze besonders wertvoll.

Um die "springenden Gene" in dem etwa 430 Mio. Basenpaare großen Genom der Reispflanze (Reis hat unter den Cerealien das kleinste Genom) zu finden, verglichen die Forscher unter der Leitung der Genetikerin Susan Wessler von der University of Georgia die jüngst veröffentlichen Sequenzen der Reissorten "japonica" und "indica". Sie entdeckten, dass ein Abschnitt in der Länge von etwa 430 Basenpaaren im Genom beider Sorten auftaucht: Bei der Japonica-Sorte etwa 70 Mal, bei Indica-Reis etwa 14 Mal.

Internationales Interesse

Die Forschungsergebnisse könnten von internationalem Interesse sein, da Reis weltweit eine wichtige Pflanze für die menschliche Ernährung ist. Die aktiven Transposons könnten z.B. genutzt werden, um so genannte "Knock-out-Populationen" herzustellen. Dabei wird ein Gen durch die Einfügung eines dieser aktiven DNA-Elemente "ausgeschaltet". Anhand der Veränderung an der Pflanze, kann die Funktion des Gens untersucht werden. "Knock-out"-Pflanzen könnten damit den Sinn der genetischen Information lüften. Und kennt man die Funktion, könnten durch gezielte Genmutationen Reissorten gezüchtet werden, die auch in unfruchtbaren Gegenden als Nahrungsmittel angebaut werden können.

Die neuen Arbeiten, finanziert von der National Science Foundation, lassen sich mit der Idee der Nobelpreisträgerin und Mais-Genetikerin Barbara McClintock messen. McClintock vermutete bereits vor 20 Jahren, das Transposons Teil der dynamischen Kräfte des Pflanzengenoms sind. Die Forschungsergebnisse wurden in der aktuellen Ausgabe des Fachblatts Nature publiziert. (pte)