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Den natürlichen Muskeln könnten im Verletzungs- oder Krankheitsfall bald einfache Prothesen mit künstlichen Muskeln nachfolgen.

Foto: APA/dpa/Wolfgang Kumm

Gwynneville - Wissenschaftler der australischen University of Wollongong haben einen Rehabilitationshandschuh patentieren lassen, der die Genesung von Patienten nach chirurgischen Eingriffen oder Traumata an der Hand bedeutend verbessern soll. In den Handschuh sind künstliche Muskeln integriert, die Patienten bei ihren Bewegungen unterstützen. Das Intelligent Polymer Research Institute (IPRI) hat Fasern entwickelt, die in den Handschuh eingepasst werden und ihm damit Bewegungen ähnlich kontrahierender Muskeln ermöglichen.

Tim Scott, Forschungsdirektor des Quadriplegic Hand Research Bereichs am Royal North Shore Hospital (RNSH), wandte diese Entwicklung im Bereich muskelähnlicher Fasern auf eine Vorrichtung an, die der Hand wie ein Handschuh angepasst wird und die die Rehabilitation nach Handoperationen oder -lähmungen unterstützt. Laut Professor Gordon Wallace, Direktor des IPRI, ist das Forscherteam nur einige Monate davon entfernt, fortgeschrittene Prototypen des Handschuhs zu entwickeln.

Ergänzende Forschungserfolge

Die Entwicklung des Handschuhs wurde von ergänzenden Forschungserfolgen begünstigt. Wissenschaftler am IPRI haben in Kooperation mit einer Forschergruppe der Monash University eine Palette Salz-basierter Flüssigkeiten entwickelt, die die Leistungsfähigkeit künstlicher Muskeln um das Tausendfache steigern sollen. Die Ergebnisse der Forschungsarbeiten, die zeitgleich von Forschern in Santa Fe/USA, durchgeführt wurden, sind in einer gemeinsamen Veröffentlichung im Wissenschaftsmagazin Science erschienen.

Die Entdeckung der Flüssigkeiten hat die Entwicklung von künstlichen Muskeln so weit vorangetrieben, dass innerhalb von drei Jahren einfache Prothesen mit künstlichen Muskeln zur Verfügung stehen könnten. "Diese neuen Salze verbessern die Leistungsmerkmale in Bezug auf Geschwindigkeit, Reaktion, Belastbarkeit und Lebensdauer erheblich", so Wallace. Bisher hatten Patienten in ihrer Rehabilitation nur Zugang zu schwerfälligen mechanischen Apparaten. Laut Wallace sei der patentierte Handschuh wesentlich einfacher zu gebrauchen und im Gegensatz zu den derzeitigen Geräten selbstverständlich tragbar. Dem Forscher zufolge könnten zukünftige Weiterentwicklungen über derartige Handschuhe hinausgehen und in anderen Bereichen des Bewegungsapparats, wie z.B im Bein, Anwendung finden. (pte)