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Die Erreger der Malaria werden von der Anopheles-Mücke übertragen.

Foto: APA/EPA/Nicolas Asfouri

    Zwei Wienerinnen sind an Malaria verstorben, zwei weitere Personen erkrankt. Experten warnen, die von Moskitos übertragenen Parasiten zu unterschätzen. Viele vergäßen die Propylaxe. Wird sie rasch erkannt, ist die Krankheit heilbar.

Wien - Um Weihnachten sind zwei Patientinnen im Kaiser-Franz-Josef-Spital an Malaria gestorben. Zwei weitere Personen sind daran erkrankt, bestätigt eine Sprecherin von Gesundheitsstadträtin Elisabeth Pittermann (SP). Der Gesundheitszustand eines 41-jährigen Wieners sei sehr kritisch. Eine 21-Jährige konnte nun geheilt das Spital wieder verlassen.

Allen vier Patienten ist eines gemein: Sie haben Urlaub in Kenia gemacht und die Prophylaxe - also Tabletteneinnahme, um einer Ansteckung vorzubeugen - vernachlässigt. Das heißt, sie haben entweder gar nicht vorgesorgt oder die Mittel nicht ordnungsgemäß eingenommen.

Eine Tatsache, die Herwig Kolleritsch, Experte für Tropenkrankheiten an der Universität Wien, des öfteren konstatiert. Viele Reisende würden auf umfassende Beratung verzichten. Dies läge auch daran, dass sie Angst hätten vor den Nebenwirkungen der Malariapräparate. Es gebe bei Reisemedikamenten auch "Selbstversorger", die glauben würden, "auf eigene Faust das passende Mittel finden zu können".

"Standby-Medikation" empfehlenswert

Gegen die Infektionskrankheit, die durch einzellige Parasiten hervorgerufen und durch die Anophelesmücke übertragen wird, sei eine "Standby-Medikation" empfehlenswert, erklärt Kolleritsch. Dabei werden Reisenden passende Arzneien mitgegeben, die sie bei sofortigem Verdacht einer Malariaerkrankung einnehmen müssen.

Worin auch genau das Problem liegt. Viele würden bei plötzlich auftretenden Fieberschüben an ihrem Urlaubsort in typischen Malariagegenden Afrikas oder Asiens nicht an diese Krankheit denken. Dabei, klärt Kolleritsch auf, gebe es bei Erkennen binnen 24 Stunden eine 100-prozentige Heilungschance. "Es muss heute keiner mehr an Malaria sterben."

In Wien sind im Vorjahr 21 Malariafälle registriert worden. 2001 waren es 37, davon verliefen drei tödlich. Jedes Jahr sterben in Österreich einige wenige Menschen an der Tropenkrankheit. Pro Jahr schleppen etwa 100 bis 120 Österreicher diese Krankheit von einer Reise heim.

Die gefährlichste Form ist die "malaria tropica". Sie macht sich in Form von hohem Fieber, Durchfall, Leber-und Nierenfunktionsstörungen bis hin zu einer Beeinträchtigung des Gehirns bemerkbar. (aw, DER STANDARD, Print, 10.01.2003)