Festnet-Kooperation? Eher nicht.

montage: derstandard.at

Wien - Die Telekom Austria (TA) sieht in der am Dienstag verkündeten Kooperation zwischen ihrer Mobilfunktochter Mobilkom und der britischen Vodafone "keine Weichenstellung für das Festnetz". Vodafone betreibe eine reine Mobilfunkstrategie. Zudem seien internationale Kooperationen im Festnetzbereich nicht notwendig, betonte TA-Generaldirektor Heinz Sundt am Donnerstag in einer Pressemitteilung. Die Telekom reagiert damit auf jüngste Medienspekulationen, wonach Vodafone nach der Kooperation mit der Mobilkom auch bei der weiteren Privatisierung der TA zum Zug kommen könnte.

Während die Konsolidierung des Mobilfunkgeschäftes angesichts des steigenden grenzübergreifenden Mobilfunkverkehrs vor allem durch den grenzübergreifenden Verkehr getrieben werde, würden im Festnetzgeschäft "ganz andere Dynamiken" gelten. Derzeit seien alle Festnetzbetreiber damit beschäftigt, den Heimmarkt abzusichern. Ob, wann und wie sich eine neuerliche Welle einer internationalen Konsolidierung auf die Festnetzbetreiber auswirken werde, sei aus heutiger Sicht noch nicht zu erkennen. Jedenfalls zwinge das Kerngeschäft der Festnetzbetreiber nicht zu Kapitalverflechtungen oder Kooperationen.

"Ich habe nie ein Hehl aus einer langfristigen Konsolidierungstendenz der Märkte gemacht, aber genau so klar habe ich die Problematik von internationalen Beteiligungen dargestellt." Viele in letzter Zeit im Telekommunikationsbereich getätigten Kapitalverflechtungen ließen Zweifel über den Erfolg zu, weil regionale Stärken leicht unter die Räder der Konzernführungen gerieten, unterstrich Sundt weiter.

Den Kooperationsvertrag zwischen Mobilkom und Vodafone sieht er "als den erfolgsversprechendsten von allen möglichen Wegen" an. Koordiniert mit der zunehmenden Internationalisierung des Mobilfunkgeschäftes sicher der Vertrag mit Vodafone das internationale Mobilfunkgeschäft der Telekom Austria Gruppe. Ihre volle Selbstständigkeit habe die Mobilkom dabei dennoch behalten können. (APA)