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Eine kurze Schwächephase scheint überwunden: Stephan Eberharter zeigt sich in Bormio wieder von seiner stärkeren Seite.

Foto: Reuters/Caskey

Bormio - Stephan Eberharter ist nach seinem dritten Rang im Donnerstag-Training für die Weltcup-Abfahrt in Bormio wieder voller Zuversicht. "Ich bin auf dem richtigen Weg zurück an die Spitze", meinte der Tiroler, der auf der selektiven Piste nur dem Schweizer Didier Cuche sowie seinem Teamkollegen Kraus Kröll den Vortritt hatte lassen müssen. Das ÖSV-Team zeigte sich wieder einmal geschlossen stark. Mit Olympiasieger Fritz Strobl, Michael Walchhofer und Peter Rzehak (Plätze sechs bis acht) sowie Weltmeister Hannes Trinkl (10.) landeten noch vier weitere Österreicher in den Top Ten.

"Noch viel drinnen"

"Ich bin eigentlich überrascht, dass ich Dritter geworden bin", meinte Eberharter nach dem wilden Ritt über die schwierigste Abfahrtstrecke dieses Winters, auf der er beim Comeback nach seiner Knieverletzung am 29. Dezember nach Torfehler ausgeschieden war. Im Mittelteil war er zwar noch eine halbe Sekunde und mehr vor der Konkurrenz gelegen, doch dann lief es alles andere als optimal für den Riesentorlauf-Olympiasieger. "Ich hatte einen schweren Fehler bei der Steilhang-Ausfahrt", berichtete der 33-Jährige. "Da ist also noch viel drinnen."

Keine Panik

Nach seinem schwachen Abschneiden im Riesentorlauf in Kranjska Gora, wo er am Samstag nicht über Rang 24 hinausgekommen war, trainierte Eberharter zwei Tage bei optimalen Bedingungen alleine im Zillertal. "Man darf ja nicht vergessen, dass ich verletzt war und es ursprünglich geheißen hat, dass ich fünf Wochen Schmerzen im Knie haben werde", betonte der Titelverteidiger im Gesamt-Weltcup. "Nur bei Extrembelastungen spüre ich das Knie noch ein wenig, ansonsten läuft es aber bereits wieder sehr gut. Es besteht also kein Grund zur Panik."

Kröll braucht Spitzenresultat

Neben dem fünffachen Saisonsieger befindet sich auch Kröll auf dem richtigen Weg, um in Bormio nach Platz zwei in Val d'Isere das nächste Spitzenresultat einzufahren. "Es schaut sehr gut für mich aus, ich komme jetzt mit dieser brutalen Strecke viel besser zurecht als im Dezember", erklärte der Steirer, der vor knapp zwei Wochen Achter geworden war. "Vor allem im Hinblick auf die WM brauche ich noch ein weiteres Top-Ergebnis."

Walchhofer ambitioniert

Das weiß auch Walchhofer, der sich besonders viel vorgenommen hat. "Ich will hier um den Sieg mitfahren, denn ich habe genug von zweiten Plätzen", betont der Salzburger, der im Hinblick auf die bevorstehenden Kombinationen in Wengen und Kitzbühel auch den Slalom am Sonntag bestreiten wird.

Starke Gegner

Die ersten Herausforderer des ÖSV-Teams in der zweiten Bormio-Abfahrt sind die von Cuche und Bruno Kernen (Trainingsvierter) angeführten Schweizer sowie Dezember-Sieger Daron Rahlves, der am Donnerstag Neunter wurde. Sein US-Teamkollege und Weltcup-Spitzenreiter Bode Miller landete an der 15. Stelle. (APA)

Wichtigere Ergebnisse vom Donnerstag-Training für die Weltcup-Abfahrt in Bormio:

  1. Didier Cuche (SUI)     1:59,89 
  2. Klaus Kröll (AUT)        +0,24 
  3. Stephan Eberharter (AUT)  0,45
  4. Bruno Kernen (SUI)        0,53
  5. Antoine Deneriaz (FRA)    0,70
  6. Fritz Strobl (AUT)        0,82
  7. Michael Walchhofer (AUT)  0,84
  8. Peter Rzehak (AUT)        0,93
  9. Daron Rahlves (USA)       0,97
 10. Hannes Trinkl (AUT)       1,13
   . Ambrosi Hoffmann (SUI)    1,13
     weiter:
 13. Werner Franz (AUT)        1,91
 15. Bode Miller (USA)         1,92
 18. Josef Strobl (AUT)        2,11
 19. Andreas Schifferer (AUT)  2,26
 34. Andreas Buder (AUT)       3,34