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Basel - Forscher der Universität von Basel haben in Zusammenarbeit mit dem IBM-Forschungslabor in Zürich einen Sensor entwickelt, der zwei Biomarker-Proteine im Blutstrom aufspürt. Da die Konzentration der beiden Proteine Kreatinkinase und Myoglobin ein Hinweis auf eine Schädigung des Herzmuskels ist, könnte sich dieses Mini-Implantat in der Blutbahn als Frühwarnsystem für Herzinfarkte eignen.

Der Sensor besitzt eine Anzahl von jeweils 500 Nanometer "dicken" Auslegern. Diese Ausleger sind auf einer Seite mit Antikörpern für die Proteine beschichtet, berichtet das Fachmagazin Nanotechnology. Bindet eines der beiden Proteine an die Antikörper, verbiegt sich der Ausleger. Auf die Bewegung hin erfolgt ein optisches Signal. Laut Angaben der Forscher erkennt der Sensor die Proteine unabhängig in Echtzeit innerhalb von zehn Minuten.

Schwere eines Herzinfarkts abschätzbar

Vor allem Patienten in Intensivstationen soll das Warnsystem zugute kommen. Da der Sensor die Konzentration der Biomarker im Blut misst, lasse sich die Schwere eines Herzinfarkt vorab abschätzen. Durch ein detailliertes Wissen über die Proteinkonzentration könnten bereits frühzeitig lebensrettende Maßnahmen für Patienten, die einen akuten Myocard-Infarkt erleiden, getroffen werden. Derzeit basiere die aussagekräftigste Diagnose für einen akuten Myocard-Infarkt darauf, dass kurzfristig einige Proteinwerte im Blut signifikant ansteigen.

Noch ist das Warnsystem aber noch nicht empfindlich genug, betonen die Forscher. Es müssten noch mehr Antikörper auf die Ausleger-Oberfläche aufgetragen und die Orientierung der Antikörper verbessert werden, um die Empfindlichkeit zu erhöhen. Darüber hinaus wird an der weiteren Verkleinerung des Sensors gearbeitet. (pte)