Wien - Der Österreichische Biomasse-Verband erwartet sich von einem Kyoto-Schwerpunktprogramm die Schaffung von über 30.000 neuen Arbeitsplätzen. Vor dem Hintergrund steigender Arbeitslosigkeit sei daher ein Klimaschutzprogramm auch im Rahmen der Beschäftigungspolitik der Bundesregierung besonders wichtig, erklärte der Präsident des Biomasse-Verbandes Heinz Kopetz am Donnerstag in einer Aussendung.

Nicht zuletzt der abnormale Temperaturverlauf während der Weihnachtsfeiertage unterstreiche mit aller Deutlichkeit die Wichtigkeit einer konsequenten Klimaschutzpolitik, hieß es. Der Biomasse-Verband erwartet daher von der neuen Bundesregierung ein Maßnahmenpaket zum Klimaschutz, das sicherstellt, dass Österreich seine Verpflichtungen aus dem Kyoto-Vertrag bis zum Jahre 2010 auch tatsächlich einhält.

Ökologische Umschichtung

Als Eckpunkte dieses Maßnahmenpaketes sieht Kopetz die Festsetzung neuer Einspeisetarife sowie eine ökologische Umschichtung im Steuersystem, im Rahmen derer die Arbeitskosten und Lohnabzüge um 3 Mrd. Euro gesenkt und die Besteuerung der fossilen Energie um diesen Betrag erhöht werden sollte.

Als dritten Eckpunkt schlägt der Verband die österreichweite Einführung von Biotreibstoffen vor. Dazu sei es notwendig, dass die Mineralölsteuer für Ethanol und Biodiesel ausgesetzt (bei reiner Verwendung als auch in der Beimischung) und die Kraftstoffnormen adaptiert werden, damit in Zukunft Mischungen von Ethanol und Benzin ebenso wie jene von Biodiesel und Diesel auf den Markt kommen können.

Zudem sei es notwendig, dass die Förderprogramme für Wärme aus Biomasse, insbesondere für Pelletsheizungen in Einfamilienhäusern, österreichweit verbessert und vereinheitlicht werden, fordert der Verband. (APA)