Europa ist zurzeit noch kein fruchtbarer Boden für Video-On-Demand-Services (VOD). Eine aktuelle Studie des Marktforschers Forrester Researchsieht das Zeitalter von VOD frühestens 2005 anbrechen. Derzeit würden zu hohe Kosten für die Technologie, Probleme mit dem Content sowie die Konkurrenz der boomenden DVD das Geschäft mit VOD nicht fördern. Ab 2005 erwartet Forrester aber aufgrund besserer und billigerer Technologie ein dynamischeres Umfeld. Zudem werde der Druck durch unautorisierte Online-Services bis dahin ähnliche Ausmaße erreichen wie schon jetzt bei der Musikindustrie.

Unternehmen kaum bereit die hohen Investitionen zu tätigen

Europäische Unternehmen sind laut Studie, die auf Umfragen bei TV- und ADSL-Betreibern sowie Anbietern von VOD-Technologien basiert, derzeit kaum bereit die hohen Investitionen zu tätigen. Auch seien die Kosten zu hoch und die Nachfrage zu klein. 2002 stiegen die Verkäufe von DVD-Playern in Europa um 155 Prozent. Die Verbreitung von DVD-Playern in europäischen Haushalten liegt bei 19 Prozent, bis 2005 erwartet Forrester eine Explosion auf 53 Prozent. Die DVD ist damit derzeit der größte Konkurrent von VOD. Ab 2005 prognostiziert der Marktforscher einen Umschwung, weil bis dahin die meisten Hersteller die Massenproduktion von MPEG-4-Set-Top-Boxen starten werden. Dadurch werde einerseits Bandbreite gespart und andererseits die Technologie billiger. Zudem sollen 2005 europaweit geschätzte zwei Mio. Konsumenten Zugang zu VOD haben, zurzeit sind es lediglich rund 100.000.

Inhalt

Entscheidend für den Erfolg von VOD beim Konsumenten sind aber laut Forrester die Inhalte, vor allem Kino-Blockbuster und sonstiger Prime-Time-Content. Eine dynamische Entwicklung des Marktes erwartet die Studie diesbezüglich vor allem wegen des steigenden Drucks durch Peer-to-Peer-Systeme im Internet aufgrund verbesserter Qualität sowie gesteigerter Download-Geschwindigkeit bei Video-Files. Dadurch werden bis 2005 Hollywood-Studios wie schon jetzt die Musikindustrie andere Vertriebsmodelle ins Auge fassen.

In Australien dürfte das Geschäft mit interaktivem Fernsehen ebenso wenig lukrativ sein wie in Europa. Das Telekomunternehmen Optus hat dort Anfang der Woche laut einem Bericht des "Australian" sein interaktives TV-Projekt, das u.a. auch VOD inkludierte, zu Gunsten von Highspeed-Internet-Services auf Eis gelegt. In den USA scheint das VOD-Business hingegen für Kabelnetzbetreiber immer interessanter zu werden. Anfang des Jahres plant Time Warner Cable den Start von VOD in New York. Kabelanbieter versprechen sich davon vor allem Vorteile gegenüber Satellitenanbietern. Ob die Businessmodelle tragfähig sind, ist aber auch in den USA noch offen. Für die USA hat bereits einmal mehr eine Studie des Hightech-Consulters Strategy Analytics für 2005 ein Durchstarten von VOD prognostiziert. Bisher ist das Geschäft mit VOD-Services immer hinter den Erwartungen der Prognosen geblieben. (pte)