Dschibuti - Erstmals seit der Unabhängigkeit 1977 haben die Bewohner des ostafrikanischen Kleinstaates Dschibuti am Freitag ein Parlament nach dem neuen Mehrparteiensystem gewählt. Der Urnengang verlief bis zum Mittag ohne Zwischenfälle, wie Innenminister Abdoulkader Doualé Wais mitteilte. Einige der insgesamt 240 Wahllokale eröffenten am Morgen jedoch mit Verspätung. Rund 180.000 Wähler waren aufgerufen, die für fünf Jahre gewählten 65 Mitglieder der Nationalversammlung neu zu bestimmen. Bei der letzten Wahl im Dezember 1997 hatte die regierende Koalition sämtliche Sitze gewonnen. Mit ersten Ergebnissen wurde nach Angaben des Innenministers in der Nacht zum Samstag gerechnet.

Die Wahlberechtigten in dem militärstrategisch wichtigen Land am Horn von Afrika haben die Wahl zwischen acht Parteien, die sich zu zwei Bündnissen zusammengeschlossen haben. Die "Union für die Präsidentenmehrheit (UMP) unterstützt die Politik von Präsident Ismael Omar Guelleh, während die "Union für den demokratischen Wandel" (UAD) unter Oppositionsführer Ahmed Dini erstmals seit der Unabhängigkeit 1977 einen Machtwechsel erreichen möchte. Das Mehrparteiensystem war im September im vollen Umfang in Kraft getreten. Von 1977 bis 1992 herschte ein Einparteiensystem, danach waren bis 2002 nur vier Parteien zugelassen.

In Dschibuti sind mehrere hundert deutsche Marinesoldaten stationiert, die am internationalen Anti-Terror-Einsatz "Enduring Freedom" teilnehmen. Mit mehr als 2800 Soldaten befindet sich in der früheren französischen Kolonie auch der größte französische Militärstützpunkt im Ausland. (APA)