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Dominique de Villepin bei Jiang Zemin

Foto: aPA/AFPI/Brown

Peking - Der nächste Schritt im Konflikt mit dem Irak muss nach Ansicht von Chinas Präsident Jiang Zemin im Weltsicherheitsrat entschieden werden. Grundlage müssten die Ansichten aller Mitglieder sein, sagte das Staatsoberhaupt bei einem Treffen mit dem französischen Außenminister Dominique de Villepin am Donnerstag in Peking. Nach dem Gespräch sagte Villepin vor Journalisten, China, Russland und Frankreich seien sich einig, dass die Irak-Frage über den Sicherheitsrat gelöst werden solle. Er hatte zuvor Moskau besucht.

Mit Blick auf den bevorstehenden Bericht der Waffeninspektoren sagte Villepin: "Wenn die Arbeit der Inspektoren fortgesetzt werden kann, gibt es für uns keinen Grund, einen Krieg anzufangen." Jiang Zemin nannte die Haltung Bagdads nach Angaben der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua "allgemein kooperativ". Gegenwärtig sollten die Inspektionen fortgesetzt werden, um noch ungelöste Fragen zu klären.

Der Konflikt mit Nordkorea über dessen Atomprogramm unterscheide sich von dem Problem mit dem Irak, sagte Außenminister Tang Jiaxuan gegenüber Villepin. Deswegen habe die internationale Gemeinschaft eine andere Haltung akzeptiert. "Der beste Weg, das Problem zu lösen, ist Dialog zwischen den USA und Nordkorea." Das Rahmenabkommen von 1994, wonach Nordkorea sein Atomprogramm gegen die Lieferung von Leichtwasserreaktoren einfriert, müsse eingehalten werden.

Villepin sprach vor Journalisten von einem "großen Risiko für die Region, wenn Nordkorea eine Atombombe hat". "China kann eine große Rolle spielen." Der Minister, der nach einem Zwischenstopp in Shanghai nach Südkorea weiterreist, fügte hinzu: "Nordkorea muss seine Versprechen einhalten. In dieser Frage kann es keine Kompromisse geben." Es sollten bilaterale, multilaterale und regionale Mechanismen genutzt werden, um eine Lösung zu finden. Chinas Außenminister warnte vor einer Eskalation. Der jetzige Stillstand müsse überwunden werden.

Auf Chinas Rolle als traditioneller Freund Nordkoreas angesprochen, sagte die Sprecherin, es gebe "häufige Kontakte mit allen betroffenen Parteien". Sie machte auch deutlich, dass China nicht über alle seine Bemühungen offen spricht. "Diplomatie geht verschiedene Wege." Nach Angaben von westlichen Diplomaten ist China tief beunruhigt über die Nuklearpläne seines Nachbarn. Peking pflegt vor allem über das Zentralkomitee der Kommunistischen Partei viele Kontakte mit Parteiorganen in Pjöngjang. (APA/dpa)