London - Der israelische Ministerpräsident Ariel Sharon hat es trotz eines Appells des britischen Premierministers Tony Blair abgelehnt, palästinensische Politiker zu einer Konferenz nach London reisen zu lassen. "Die israelische Position bleibt unverändert", sagte am Donnerstag ein Sprecher von Blair in London. Die Konferenz solle aber dennoch in der nächsten oder übernächsten Woche stattfinden. Die Palästinenser könnten über eine Video-Verbindung zugeschaltet werden.

Blair hatte Sharon in einem Brief darum gebeten, das Ausreiseverbot noch einmal zu überdenken. Das Verbot war nach dem palästinensischen Terroranschlag vom Sonntag von der israelischen Regierung verhängt worden. Bei der Londoner Konferenz soll es nach Angaben der Downing Street nicht um neue Friedensverhandlungen gehen, sondern um die Frage, wie die Palästinenserbehörde reformiert, demokratisiert und von Korruption befreit werden kann.

Palästinenser-Präsident Yasser Arafat ist ausdrücklich nicht eingeladen. Außer der palästinensischen Delegation sollen Vertreter der Europäischen Union, der Vereinten Nationen, der USA, Russlands, Ägyptens, Saudi-Arabiens und Jordaniens zu dem Treffen kommen.

Die britische Regierung stellte sich am Donnerstag auch gegen übereilte Beschlüsse im Irak-Konflikt. Die UN-Inspektoren benötigten genügend Zeit, um ihre Aufgaben zu erfüllen, erklärte Blair nach Angaben eines Sprechers. Der 27. Jänner als Termin für einen ersten schriftlichen Bericht der UN-Abrüstungskommission für Irak (UNMOVIC) dürfe nicht als Ultimatum verstanden werden. "Wir sind mitten in einem Prozess", sagte der Premier während einer Kabinettssitzung. Blairs Sprecher dementierte jedoch einen Bericht der Tageszeitung "Daily Telegraph", wonach die Regierung die USA dazu bewegen will, einen möglichen Irak-Krieg um mehrere Monate zu verschieben.(APA/dpa/AP)