London - Ein bisheriges "Hoffnungs-Medikament", auf das große Erwartungen für die zukünftige Krebstherapie gesetzt wurden, ist nun mittlerweile in heftiger Diskussion: Der britische Pharmakonzern AstraZeneca plc (London) hat eine Untersuchung seines Medikaments "Gefitinib" (ZD1839, Iressa) eingeleitet. Grund dafür ist der Verdacht, dass das Krebsmittel ernsthafte Nebenwirkungen hat, die zum Tod führen können.

Am Donnerstag äußerte sich eine Konzernsprecherin in London allerdings nicht zu den einzelnen Phasen dieser Untersuchungen. "Gefitinib" ist ein Mittel, welches in schweren Fällen von Krebs eingesetzt wird. Erst dann, wenn Patienten nicht mehr auf andere Medikamente reagieren, kommt es zum Einsatz.

Warnung in Japan

In den vergangenen Monaten war das Medikament mit Dutzenden Todesfällen in Verbindung gebracht worden. So hatte das japanische Gesundheitsministerium im vergangenen Oktober vor den Nebenwirkungen von "Gefitinib" gewarnt. Dort sollen bis zu 81 Patienten an Komplikationen gestorben sein. AstraZeneca selbst hatte daraufhin Ärzte auf mögliche Nebenwirkungen in Form von einer ernsthaften Beeinträchtigung der Lungenfunktion aufmerksam gemacht.

Iressa gehörte bisher zu den größten Hoffnungen für die Krebstherapie in den kommenden Jahren. In Europa wird es derzeit nur in klinischen Studien eingesetzt. Bei dem Medikament handelt es sich um ein hochwirksames Mittel zur Blockade des Rezeptors für den Epidermal Growth Factor (EGFR oder HER!). An ihm dockt dieser Wachstumsfaktor an und bringt die bösartigen Zellen vermehrt zur Teilung. In den klinischen Studien hat sich das Arzneimittel als besonders wirksam bei Behandlung von fortgeschrittenen "nicht-kleinzelligen" Lungenkarzinomen erwiesen. In den USA und in Europa befindet es sich noch im Zulassungsprozess durch die Arzneimittelbehörden. (APA)