Hand in Hand mit der Absicht, die Österreicher bis zum gesetzlichen Pensionsalter arbeiten zu lassen, müssten Maßnahmen gesetzt werden, die es älteren Menschen wirtschaftlich und gesundheitlich möglich machen, auch wirklich länger zu arbeiten. Während die sozialdemokratischen Gewerkschafter zweifeln, dass solche Maßnahmen überhaupt greifen, hat die ÖVP vorgeschlagen, die Lohnnebenkosten bei über 60-Jährigen um mindestens zehn Prozent zu senken - Arbeitgeber müssten für ihre älteren Beschäftigten dann keine Beiträge in die Arbeitslosen- und Unfallversicherung zahlen, auch die Beiträge zum Familienlastenausgleichs- und zum Insolvenzgeld-Fonds würden entfallen. Die SPÖ hat zurückhaltend reagiert, weil sie eine Umverteilung zugunsten der Unternehmer fürchtet; der ÖGB lehnt die ÖVP-Vorstellungen rundweg ab.

Ein weiterer ÖVP-Reformpunkt betrifft das Arbeitsmarktservice AMS, das Arbeitslose innerhalb von 90 Tagen zu einem neuen Job bringen soll. Die Grünen wollen, dass umgekehrt die Arbeitslosen mehr Rechte gegenüber dem AMS bekommen. (DER STANDARD, Printausgabe, 10.1.2003)