Hamburg/Moskau - Die in vielen Teilen Europas herrschende klirrende Kälte hat bereits mehrere hundert Todesopfer gefordert. Am schlimmsten betroffen war der Osten, wo die Zahl der Kältetoten neben Russland vor allem in Polen täglich ansteigt. Aber auch in Spanien und Frankreich wurden wegen der Wetterlage Notfallpläne in Kraft gesetzt.

Paris öffnet Turnhallen für Obdachlose

Nach dem Frost-Tod von vier Menschen in Paris und Umgebung öffnet die französische Hauptstadt weitere Turnhallen zur Unterbringung von Obdachlosen. Alle Menschen, die auf der Straße schliefen, müssten in dieser außergewöhnlichen Kälteperiode Schutz erhalten, sagte der sozialistische Bürgermeister Bertrand Delanoe am Donnerstag.

Insgesamt stelle die Stadt beinahe 800 Schlafplätze zur Verfügung. Dieses Angebot werde auch "sehr stark" angenommen, betonte Delanoe. In und um Paris starben zuletzt vier Obdachlose bei Minusgraden.

Deutschland - Sechs Menschen erfroren

In Deutschland erfroren seit dem Kälteeinbruch sechs Menschen, in Frankreich waren es in den vergangenen Nächten vier, in Italien einer. Die Stadt Paris hat bereits am vergangenen Montag den Notfallplan "Große Kälte" beschlossen. Danach sollen weitere 600 Quartierplätze für Obdachlose frei gemacht werden.

Madrid hält U-Bahn-Station über Nacht für Obdachlose geöffnet

Auch Spaniens größte Städte Madrid und Barcelona haben angesichts der Kältewelle am Donnerstag ihre Winter-Notfallpläne aktiviert. Wegen Temperaturen um den Gefrierpunkt beschloss die Madrider Stadtverwaltung, eine U-Bahn-Station nahe dem Prado-Museum über Nacht für Obdachlose zu öffnen.

Russland - Seit Winterbeginn 272 Kälteopfer

In Moskau gab es seit Winterbeginn 272 Kälteopfer. Im Gebiet Wladimir starb ein 40 Jahre alter lungenkranker Patient, nachdem er aus dem seit Tagen nicht mehr geheizten Krankenhaus nach Hause geschickt worden war. Hauptursache für die katastrophalen Verhältnisse sind geplatzte oder undichte Fernwärmerohre.

Polen - 199 Menschen erfroren

Auch in Polen sind bisher 199 Menschen erfroren. Die Gesamtzahl derjenigen, die wegen der Kälte zu Tode kamen, ist jedoch noch höher. Etwa zwei Dutzend Menschen starben bei Bränden, die durch überhitzte Öfen ausgelöst wurden.(APA)