Tauranga - Die Segelpartie namens "Around Alone" ist eine der größeren Herausforderungen auf dem Globus, den es "einhand" und in fünf Etappen zu umrunden gilt. Am 12. Dezember starteten dreizehn Yachten zum Prolog in Rhode Island und segelten 160 Seemeilen nach New York. Von New York ging's dann rüber nach Torbay, England, die Distanz auf der ersten Etappe betrug knapp 3000 Seemeilen. Von dort führte die Reise runter nach Kapstadt (6880 Seemeilen), von Kapstadt nach Tauranga, Neuseeland (7125 Seemeilen).

Bernard Stamm (38), der Schweizer, der auf dem Genfer See das Segeln erlernt hatte, lief mit seiner "Bobst Group-Armor Lux" als Erster im Hafen von Tauranga ein. Nach 25 Tagen, 12 Stunden, 24 Minuten und 43 Sekunden. Womit er den Streckenrekord für Solisten um zwei Tage unterbot. Stamm war schon auf den ersten beiden Etappen der Schnellste gewesen. "Es ist die Hölle hier draußen", hatte er einen Tag vor seiner Landung via E-Mail mitgeteilt. Sturm blies ihm nach der Rundung von Cape Reinga auf die Nase.

"Schnell, wild, kalt"

Bitter ist es für den Einhandsegler, wenn bei so einer Gelegenheit der Rudermechanismus ausfällt, und das tat er. Stamm musste beidrehen, das Boot trieb langsam auf die Leeküste zu, die Reparatur gelang. Stamm: "Der Wind blies mit bis zu 45 Knöpfen, die Wellen waren steil und gefährlich." Es war die unguteste Situation auf der Reise durch den Südlichen Ozean, die bis dahin den Erwartungen entsprochen hatte: "Schnell, wild, kalt." Mit bis zu 30 Knoten glitt seine 18,28 Meter lange und 9000 Tonnen Wasser verdrängende Yacht dahin.

Die Seeleute dürfen sich jetzt auf Neuseeland vergnügen, also an ihren Schiffen basteln. Die vierte Etappe wird am 9. Februar gestartet. Sie führt über 7850 Seemeilen nach Salvador in Brasilien. Zum Schluss folgt der Sprint, die 4000 Seemeilen zurück zum Ausgangspunkt auf Rhode Island. Am 5. Mai sollte die Sache einer Erledigung zugeführt sein. (DER STANDARD, Printausgabe, Freitag, 10. Jänner 2003, bez)