Jamie Oliver, der sympathischste aller Fernsehköche,

sorgt versteckt im ORF-Nachtprogramm als "Naked Chef" am Donnerstag dafür, dass gerade auch der junge Mensch wieder bereit ist, statt Fleischlaberln und Käse in labrigen Weckerln zwischendurch auch einmal in ganzen Scheiben gebratenes Fleisch mit Rucola in knuspriges Toskanabrot zu schieben.

Foto: ORF/Mike Brennen

Dagegen kommt der laut "Falter" "fieseste Koch der Welt",

Alois Mattersberger, gleich zweimal am Tag über Österreich. Morgens ist auf ORF 2 gleich um fünf nach neun die Welt nicht mehr in Ordnung. Da läuft die Wiederholung von "Frisch gekocht ist halb gewonnen". Und um Viertel nach eins haben wir schon wieder dasselbe Problem mit einer neuen Folge.

Foto: ORF/Ali Schafler

Unsympathisch ist nicht unbedingt,

was Mattersberger - zugegeben gefinkelter als Jamie Oliver mit seiner Vorliebe für fünf Minuten Garzeit pro halbem Liter Olivenöl - kocht. Wobei ein babyleichtes Nudelgericht von Jamie allemal dem vorzuziehen ist, was Mattersberger beispielsweise heute Mittag auftischt: Es ist wohl am besten, wenn man einen "Brokkoliauflauf mit Tomatensauce" nicht selber isst, sondern gleich einfriert - falls einmal überraschend Verwandte kommen, die man nicht mag.

Foto: STANDARD

Abgesehen

von Mattersbergers wegen seiner ins Auge springenden Eitelkeit oft wechselnden "Assistentinnen": Auf das Wie kommt es an. Kochen ist auch ein sinnliches Vergnügen. Da stört ein kalter Blick schon sehr. Was für eine Freude dagegen, Jamie zuzusehen, wie er mit der Hand fröhlich Tomaten zermantscht! (schach/DER STANDARD, Printausgabe, 10.1.2003)

Foto: ORF/Tara Fisher