Washington - Die USA haben nach ihrem Gesprächsangebot an Nordkorea die entsprechenden Kanäle geschaffen. Wie der Nachrichtensender CNN am Donnerstag berichtete, soll der frühere UNO-Botschafter unter Präsident Bill Clinton, Bill Richardson, mit zwei nordkoreanischen Gesandten erste Kontakte aufnehmen. Die nordkoreanischen UNO-Diplomaten hätten dafür die Erlaubnis erhalten, in den Bundesstaat New Mexico zu reisen, wo Richardson inzwischen Gouverneur ist.

Nordkorea hatte im Dezember angekündigt, entgegen einem Abkommen mit den USA von 1994 seine stillgelegten Atomanlagen wieder in Betrieb zu nehmen. Diese Äußerungen hatten weltweit Besorgnis ausgelöst. Die USA befürchten, dass die Anlagen Nordkorea zur Herstellung von Atomwaffen dienen könnten.

Gespräche nicht in Regierungsauftrag

Der Sprecher des Weißen Hauses, Ari Fleischer, bestätigte am Donnerstag, dass entsprechende Kontakte Richardsons geplant seien, doch bestritt er, dass Richardson offiziell im Auftrag der US-Regierung handle.

Der jetzige Gouverneur des Bundesstaats New Mexico sei von den Koreanern kontaktiert worden und habe daraufhin das Außenministerium informiert, da Nordkoreaner für Reisen außerhalb New Yorks eine offizielle Genehmigung brauchen, sagte Fleischer. US-Außenminister Colin Powell erklärte demnach, er habe keine Einwände gegen eine Reise der Nordkoreaner nach New Mexico.

Der Nachrichtensender CNN hatte zuvor berichtet, der frühere UN-O Botschafter unter Präsident Bill Clinton führe im Auftrag der US- Regierung Gespräche mit den nordkoreanischen Diplomaten. Die USA hatten Anfang der Woche erklärt, sie seien zu Gesprächen mit Nordkorea bereit, was von vielen Beobachtern als Richtungswechsel gewertet wurde.

Der bulgarische Ministerpräsident Simeon Sakskoburggotski will nach Angaben südkoreanischer Parlamentarier Nordkorea überreden, auf sein Atomprogramm zu verzichten. "Bulgarien kann helfen, Nordkorea zu überreden, sein Atomprogramm aufzugeben", sagten die südkoreanischen Parlamentarier nach ihrem Gespräch mit Sakskoburggotski am Donnerstagabend in Sofia laut Angaben der amtlichen bulgarischen Nachrichtenagentur BTA.

Es sei zu begrüßen, dass Nordkorea den Vorschlag Südkoreas zu einem Ministertreffen am 21. Jänner angenommen habe. Dabei wolle die südkoreanische Regierung angesichts der wirtschaftlichen Krise in Nordkorea Unterstützung in Form von Getreidelieferungen anbieten. Als "eine Geste" solle Nordkorea "guten Willen" im Nuklearbereich zeigen, sagten die südkoreanischen Parlamentarier, die sich zu einem Besuch in Bulgarien aufhalten. (APA/dpa)