Wien - Für den in akute Schieflage geratenen Computerspiele-Hersteller JoWooD wird es eng: Bis Freitag 24:00 lief die Zeichnungsfrist für die dringend notwendige Kapitalerhöhung, die das börsenotierte Unternehmen finanziell wieder aufrichten und damit vor dem Aus bewahren soll. Ein einzelner Investor soll sich bereit erklärt haben, JoWooD mit einer Kapitalspritze von 1,5 Mio. Euro zu helfen. Ob JoWooD die geplante Emission voll zu platzieren, war vorerst nicht zu erfahren.

Wie berichtet ist geplant, bis zu 5 Millionen neue Aktien zu einem Ausgabepreis von jeweils mindestens 1,00 Euro bei Investoren zu platzieren. Die Aufstockung des Grundkapitals um bis zu 5 Mio. Euro auf bis zu 12,64 Mio. Euro war kurz vor Weihnachten in einer außerordentlichen Hauptversammlung von den Aktionären beschlossen worden.

1,5 Millionen Euro

Am Donnerstagabend hieß es in informierten Kreisen, dass zumindest ein einzelner größerer Investor dem steirischen Unternehmen fix zugesagt habe, 1,5 Mio. Euro einzuschießen.

In Medien war zuletzt von zwei bis drei Investoren die Rede, die Eigenkapital in die Spiele-Schmiede einbringen würden. Unter ihnen soll auch der bekannte Investmentfonds Templeton (mit Investment-Guru Mark Mobius) sein, der seit dem Vorjahr zu 5,7 Prozent an JoWooD beteiligt ist. In der ao. HV am 18. Dezember konnte den Aktionären jedenfalls noch kein Investor (als weißer Ritter) präsentiert werden.

Bankengespräche

Der Fortbestand der Gesellschaft hängt neben der Zufuhr liquider Mittel aber auch vom Erfolg der seit mehreren Wochen laufenden Bankengespräche ab. Hauptgläubigerbank ist die Bank Austria Creditanstalt (BA-CA). JoWooD hatte in den ersten drei Quartalen 2002 wie berichtet einen operativen Megaverlust von 42,9 Mio. Euro angehäuft. Sanieren will sich das Unternehmen nach bisherigen Angaben durch eine "massive Fokussierung auf das Entwicklungsgeschäft mit einer Zusammenlegung mehrerer Standorte". Das Motto lautet: Konzentration auf Computerspiele im oberen Preissegment. Angekündigt wurde auch der Abbau von rund der Hälfte der bisher rund 280 Mitarbeiter.

Mit einem Kurs von unter einem Euro zählen die an der Wiener Börse notierten JoWooD-Aktien schon seit längerem zum Klub der Pennystocks. (APA)