Istanbul - Die Türkei hat den USA Medienberichten zufolge erlaubt, türkische Luftwaffenstützpunkte und Häfen für die Nutzung in einem möglichen Krieg gegen den Irak zu inspizieren. Die 150-köpfige US-Expertendelegation warte bereits in US-Einrichtungen in Deutschland auf grünes Licht und werde am kommenden Montag in der Türkei mit der Untersuchung der Basen beginnen, berichtete die Zeitung "Milliyet" (Freitagsausgabe).

Zu den Zielen der US-Militärexperten zählt demnach auch der Luftwaffenstützpunkt im südosttürkischen Diyarbakir, auf dem sich am Mittwoch das schwere Flugzeugunglück mit 75 Toten ereignet hatte. Auch die Basen in Mus und Batman sowie die Häfen von Iskenderun und Mersin sollten untersucht werden. Wenn nötig, wollten die USA die Stützpunkte und Häfen auf eigene Rechnung modernisieren.

Der türkische Nachrichtensender NTV berichtete, nach der Grundsatzeinigung in der Frage der Inspektionen werde nun innerhalb kürzester Zeit die Unterzeichnung einer entsprechenden Vereinbarung erwartet. Die Verhandlungen zwischen Türken und Amerikanern über die Inspektionen hatten sich länger hingezogen als erwartet. Die "New York Times" hatte am Donnerstag berichtet, die US-Regierung sei wegen der Verzögerung besorgt. Angesichts der ablehnenden Haltung der Öffentlichkeit zu einem Irak-Krieg zögert die türkische Regierung mit einer Entscheidung für oder gegen eine Beteiligung. Die Stationierung großer amerikanischer Truppenverbände auf türkischem Territorium wäre nach Ansicht Ankaras innenpolitisch nur schwer vermittelbar. (APA/AFP)