Bochum - Gezielte Vorbeugung kann das erhebliche Asthmarisiko bei neurodermitischen Kindern verringern. Darauf weist die Kinderklinik der Ruhr-Universität Bochum hin. Etwa 40 Prozent aller Kinder, die im Säuglingsalter an Neurodermitis leiden, erkranken nach den Erkenntnissen der Forscher später einmal an Asthma. Für eine Studie über die Zusammenhänge zwischen der immer häufiger schon im Säuglingsalter auftretenden Hauterkrankung und dem Atemleiden suchen die Mediziner noch Teilnehmer.

Etwa jedes vierte Kind zwischen einem Monat und vier Jahren ist nach Angaben der Wissenschafter inzwischen von Neurodermitis betroffen. Die Tendenz sei aus bisher ungeklärten Gründen steigend. Die Veranlagung zu dem allergischen Leiden wird vererbt. Fast immer kommen die ersten Ekzeme während des ersten Lebensjahrs. In 60 bis 70 Prozent der Fälle geht die Krankheit im Alter von zwei bis vier Jahren wieder zurück oder verschwindet völlig. Doch das Risiko dieser Kinder, später an Asthma zu erkranken, sei drei bis fünf Mal höher als bei anderen Buben und Mädchen.

Weltweite Studie in Planung

Neue Medikamente könnten diese typische Allergie-Karriere aber möglicherweise verhindern, betonen die Ärzte. Die Kinderklinik der Uni ist an einer weltweiten Studie beteiligt, die die Wirkung der vorbeugenden Therapie belegen soll. Gesucht als Teilnehmer werden Kinder im Alter zwischen zwölf und 24 Monaten, die noch kein Asthma haben, aber bereits an einem Ekzem leiden. Ihre Eltern oder Geschwister sollten Allergiker sein. Die Teilnahme an der 18-monatigen Studie ist kostenlos.

Eine Vorläuferstudie zeigte nach Auskunft von Privatdozent Uwe Schauer bereits, dass ein Medikament, das die Wirkung Allergie auslösender Stoffe im Körper verhindert (Antihistaminikum), die Häufigkeit der Erkrankungen bei gefährdeten Kleinkindern um die Hälfte verringerte. In der jetzt laufenden Folgestudie testen die Forscher ein verbessertes Antihistaminikum. Die Studienteilnehmer bekommen über 18 Monate entweder das Medikament oder ein Placebo, wobei weder Arzt noch Patienten wissen, um was es sich handelt. (APA/AP)