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Foto: APA/dpa/Frank May

Paris - In Frankreich soll reproduktives Klonen von Menschen künftig als "Verbrechen gegen die Menschenwürde" geächtet und schwer bestraft werden. Dies sehe eine Gesetzesvorlage der Pariser Regierung vor, die noch diesen Monat in das französische Parlament eingebracht werden solle, sagte Gesundheitsminister Jean-Francois Mattéi der Tageszeitung "Le Parisien" vom Freitag. Auf reproduktives Klonen von Menschen sollen demnach in Frankreich 20 Jahre Haft stehen.

Er werde vorschlagen, dieses Verbrechen niemals verjähren zu lassen, sagte Mattéi weiter - "wie bei Kindern, die Opfer von Vergewaltigung oder Inzucht wurden. Ein geklontes Kind wird sich gegen seinen Kloner wenden können, selbst mehr als 20 Jahre nach der Tat." Seiner Ansicht nach sollten in Frankreich auch jene Klon-Verbrechen strafbar sein, die außerhalb des Landes begangen worden seien.

Die aus Frankreich stammende Chefin des mit der Raelianer-Sekte verbundenen Unternehmens Clonaid, Brigitte Boisselier, hatte zuletzt Geburten angeblicher Klon-Babys bekannt gegeben, ohne dafür Beweise zu präsentieren. Mattéi hatte sich dazu öffentlich bisher nicht geäußert. Frankreichs Präsident Jacques Chirac hatte ein weltweites Klon-Verbot durch die Vereinten Nationen vorgeschlagen. Ein solches Verbot zu erreichen, dauere aber mindestens mehrere Monate, sagte Mattéi. (APA)