Bangkok - Der Ausstieg Nordkoreas aus dem Atomwaffensperrvertrag kommt den USA zufolge nicht überraschend. "Das ist absolut nicht unerwartet", sagte der für Rüstungskontrolle zuständige Mitarbeiter des US-Außenministeriums, John Bolton, am Freitag in Bangkok. "Die Nordkoreaner haben den Vertrag nicht befolgt, als sie noch Mitglied waren." Er betonte, US-Präsident George W. Bush hege gegenüber Nordkorea keine feindlichen Absichten. Bush hatte Nordkorea zusammen mit dem Irak und dem Iran als Teil einer "Achse des Bösen" bezeichnet. Bolton reist durch Asien, wo er um Unterstützung für die Haltung der USA in der Irak-Frage wirbt.

Unterdessen hat Nordkorea hat für den Fall von US-Sanktionen wegen des Atomstreits mit "härtesten Gegenmaßnahmen" gedroht. Sollten die "von den USA angeführten Imperialisten" versuchen, das sozialistische System Nordkoreas mit Blockaden und Sanktionen "in die Knie zwingen zu wollen", werde Pjöngjang mit den "härtesten Gegenmaßnahmen gegen die amerikanischen Imperialisten und ihre Unterstützer" reagieren, zitierte die amtliche Nachrichtenagentur KCNA aus der staatlichen Presse vom Freitag. Zuvor hatte Nordkorea seinen Ausstieg aus dem Atomwaffensperrvertrag verkündet. Anfang der Woche hatte das kommunistisch regierte Land erklärt, mögliche Wirtschaftssanktionen würden als "Kriegserklärung" betrachtet.

Nordkorea hatte am Freitag den Rückzug als "Maßnahme zur Selbstverteidigung" gegen die Unterdrückung der USA bezeichnet, gleichzeitig jedoch erklärt, keine Atomwaffen herstellen zu wollen. Damit hatte sich der seit Wochen anhaltende Streit um Nordkoreas Atomprogramm verschärft. (APA/Reuters)