Wien - Wenn es in Großstädten wie Wien über Nacht 20 Zentimeter schneit, bricht spätestens am nächsten Morgen das absolute Chaos aus. Dabei ist das nur ein Bruchteil dessen, was Frau Holle im Extremfall zu geben bereit ist. Den Rekord in puncto Schneefall hält nach Angaben der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) in Wien für Österreich der Osttiroler Ort Sillian, am 31. Jänner 1986 fielen innerhalb von 24 Stunden nicht weniger als 1,7 Meter Schnee.

Damit ist Sillian gar nicht so weit vom Weltrekord entfernt. Diesen hält laut Guinness Buch der Rekorde Silver Lake im US-Bundesstaat Colorado: Am 14. April 1921 wuchs dort die weiße Pracht innerhalb eines Tages um 1,9 Meter.

Schnee ist nicht gefrierendes Wasser

Dabei ist Schnee nicht Schnee und schon gar kein gefrorenes Wasser. Wie Schneeflocken aussehen und wie groß sie werden, hängt stark von den herrschenden Temperatur- und Windverhältnissen ab. Generell haben die mehr oder weniger feinen Kristalle eine sechseckige Form, das liegt an der Natur der Wassermoleküle. Den Ursprung einer Schneeflocke bildet immer ein so genannter Kondensationskeim in einer unterkühlten Wolke, etwa ein Staubkörnchen, an dem nach und nach Wasserdampf - ohne sich zwischendurch zu verflüssigen - gefriert.

Weltrekord-Schneeflocke hatte 38 Zentimetern Durchmesser

Liegen die Temperaturen um den Gefrierpunkt, wird das Wasser zum Teil flüssig. Die Flocken können dann an einander kleben und so erstaunliche Größen erreichen, fünf bis sieben Zentimeter große Monstren wurden schon beobachtet. Als Weltrekord-Schneeflocke gilt ein Ding mit 38 Zentimetern Durchmesser, das 1887 in den USA - wo sonst? - vom Himmel gefallen sein soll.

Bei Temperaturen über Minus 2,7 Grad wachsen die einzelnen Flocken eher flach und sechseckig, bis Minus fünf Grad eher nadelförmig. Von Minus fünf bis Minus 7,7 werden die Nadeln hohl und röhrenförmig, darunter bilden sich Säulen, die sie auch farnartig verzweigen können. Auch der Wind beeinflusst die Form der Schneeflocken, so können starke Luftbewegungen die fragilen Gebilde zu kleinen, eher kompakten Körnchen schleifen, die dann eher Eisklümpchen ähneln. (APA)