Paris - Ohne einen Beweis für geheime irakische Waffenprogramme wäre nach Aussage des EU-Koordinators für Außenpolitik Javier Solana ein Krieg gegen den Irak kaum zu rechtfertigen. "Ohne Beweis wäre es sehr schwierig, einen Krieg zu beginnen", sagte Solana der französischen Abendzeitung "Le Monde" (Freitagausgabe) laut Vorausbericht. Die Legitimität eines solchen Krieges hänge vom Sicherheitsrat ab, sagte Solana weiter. Deshalb sei der UNO-Sicherheitsrat ausschlaggebend bei der Bewertung von Informationen, die die UNO-Waffeninspektoren zusammentrügen. "Wenn es also keine Informationen gibt, die vom Sicherheitsrat als ausreichend angesehen werden, (...) würde ich es sehr schwierig finden zu handeln."

Allein die Feststellung, dass der Irak das Potenzial zur Nutzung von Massenvernichtungswaffen habe, würde noch keinen Krieg rechtfertigen, sagte Solana. Er sprach sich dafür aus, die Irak-Frage für eine zweite Resolution an den Sicherheitsrat zurückzuverweisen. Über den Inhalt einer solchen Resolution äußerte er sich nicht.

Der Präsident der EU-Kommission, Romano Prodi, sagte in Athen, ein Krieg sei nicht unabwendbar. "Ich sage, ein Krieg ist und darf nicht unvermeidbar sein", sagte er. "Wir müssen alles in unserer Macht stehende tun, um eine friedliche Lösung der Krise zu finden.

Am Vortag hatte der Chef der UNO-Waffeninspektoren, Hans Blix, vor einem Treffen des Sicherheitsrats in New York gesagt, der Waffenbericht des Irak habe viele Fragen unbeantwortet gelassen. Zugleich bekräftigte er, dass seine Experten vor Ort bisher keine Hinweise auf Massenvernichtungswaffen gefunden hätten. Blix gab einen Zwischenbericht über die Waffeninspektionen im Irak vor dem UNO-Sicherheitsrat ab. Die USA haben dem Irak mit einem Militäreinsatz gedroht, sollte das Land nicht und Abrüstungsauflagen der Vereinten Nationen erfüllen. (APA)