Caracas - Die Beteiligung der Bankangestellten am Streik in Venezuela hat zu einem dramatischen Kurssturz der Landeswährung geführt. Diese erreichte am Donnerstag ein Rekordtief von 1.593 Bolivar pro Dollar, fünf Prozent weniger als noch am Mittwoch. Seit Jahresbeginn ist der Bolivar damit bereits um zwölf Prozent gefallen.

Die Bankangestellten hatten für Donnerstag und Freitag einen zweitägigen Ausstand angekündigt. In den drei größten Banken des Landes blieben am ersten Streiktag rund 80 Prozent der Beschäftigten der Arbeit fern. Viele Filialen waren nach Unternehmensangaben aber geöffnet. Dort bildeten sich lange Warteschlangen von Menschen, die aus Furcht vor einem Währungsverfall Dollars kaufen wollten.

Dies trug Analysten zufolge entscheidend zum Kurssturz des Bolivars bei. Hinzu komme, dass die Regierung infolge des seit mehr als fünf Wochen anhaltenden Generalstreiks kaum noch über Währungsreserven verfüge und deshalb eine Abwertung des Bolivars anstreben könnte, um den Haushalt in den Griff zu bekommen.

Unterdessen kam es bei Streikversammlungen vor Erdölbetrieben im ganzen Land mehrfach zu Zusammenstößen zwischen Anhängern von Präsident Hugo Chavez und Oppositionellen, die seinen Rücktritt fordern. Nach Angaben von Sicherheitsbeamten griffen die Anhänger von Chavez seine Gegner mehrfach an. Dabei wurden vor der Ölraffinerie von Cardon, rund 400 Kilometer östlich von Caracas, zwei Menschen verletzt. (APA/AP)