Liberec - Thomas Morgenstern hat seinen sensationellen Aufstieg im Skisprung-Weltcup am Samstag in Liberec mit seinem ersten Weltcup-Sieg dokumentiert. Der erst 16-jährige Kärntner segelte in Tschechien auf 131 und 129 Meter und feierte damit in seinem erst fünften Weltcupbewerb schon den ersten vollen Erfolg, 2,7 Zähler vor Routinier Andreas Widhölzl sowie dem erstmals auf dem Podest gelandeten Tschechen Jakub Janda. Morgenstern ist der zweitjüngste Sieger der Weltcup-Geschichte nach Steve Collins (15 Jahre/11 Monate).

Voll fröhlich

"Ich bin voll fröhlich, ich kann das noch gar nicht realisieren. Ich hätte mir nie gedacht, dass ich mit 16 schon meinen ersten Weltcup gewinnen kann", freute sich der neue Jung-Star im ÖSV-Team. Ein Grund für diesen Aufstieg sind sicher die gute Arbeit und seine Konstanz. "Jetzt bin ich seit meinem ersten Trainingssprung im Kontinentalcup (84 m-Anm.) nie unter 125 Meter gesprungen", weiß der Kärntner.

Im Moment passt alles

"Wir haben schon im Sommer gewusst, dass er ein außerordentliches Talent hat", sagte Cheftrainer Hannu Lepistö. "Im Moment passt alles, alles geht so leicht für ihn", meint der Finne, doch er warnt auch. "So leicht geht es nicht immer weiter." Für Sonntag musste sich "Morgi" gar nicht mehr qualifizieren, der Sieg vom Samstag hievte den jungen Burschen aus Lieserbrücke bei Spittal/Drau bereits in die Top 15 des Weltcups.

Liegl im zweiten am weitesten

Die Bedingungen waren vom Wind her wieder ein Mal wechselhaft, jedoch keinesfalls nur von Vorteil für Morgenstern und die weiteren Österreicher. Vor allem Florian Liegl erwischte im ersten Durchgang schlechten Wind, der junge Innsbrucker verbesserte sich mit der Tageshöchstweite von 131,5 Metern im zweiten allerdings vom 26. auf den 11. Rang.

Swider wieder in Schuss

Tournee-Sieger Janne Ahonen musste sich in Abwesenheit des erkrankten Martin Höllwarth mit dem sechsten Platz begnügen und konnte daher seinen Vorsprung im Weltcup-Gesamtklassement nur auf 72 Zähler ausbauen. "Die Leistung Morgensterns ist auch sehr gut für Höllwarth, weil er Ahonen Punkte weggenommen hat", meinte "Stratege" Lepistö. Morgenstern stellte mit seinem Sieg, der letztlich gar nicht so unerwartet kam, weil er schon mehrmals um die Podestplätze mitgesprungen war, die Leistung Widhölzls in den Schatten. Doch "Swider" hat mit Platz zwei auch wieder auf sich aufmerksam gemacht und zeigte einen Aufwärtstrend, immerhin liegt er im Gesamtweltcup hinter Ahonen und Höllwarth schon auf Rang drei, ihm fehlen nur noch 70 Zähler auf seinen Teamkollegen.

Unglaubliche Mannschaftsleistung

Nach dem Sieg von Widhölzl in Kuusamo bzw. den drei Erfolgen von Höllwarth (in Trondheim und zwei Mal in Titisee-Neustadt) war es schon der fünfte Saisonerfolg für Österreichs heuer verwöhntes Springer-Team. Mit Morgenstern landete der siebente Athlet aus der Truppe von Lepistö unter den ersten Drei, nur beim Weltcup-Auftakt in Kuusamo (1. Springen) war kein Österreicher auf dem Podest, in den zwölf Bewerben danach aber immer. Für Sonntag war in Liberec, wo an diesem Wochenende erstmals seit neun Jahren ein Weltcup auf dem Programm stand, ein weiteres Springen angesetzt. (APA)