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Das Versenden von Schnappschüssen ist nur eine Anwendung von MMS.

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Wien - Seit Weihnachten, als des Öfteren Kamerahandys unter dem Christbaum zu liegen kamen, ist dem Multimedia-Kurznachrichtendienst MMS der Durchbruch gelungen, so die Hersteller unisono. Für heuer erwarten sie deshalb eine rege Nachfrage, die sie mit neuen Geräten und Funktionalitäten zu befriedigen gedenken.

Als ein Trend ist auszumachen, dass ansteckbare Kameras auf den Markt kommen werden, die auf verschiedene Handytypen eines Herstellers aufgesteckt werden können. So etwa Nokias "Camera HS-1C", die über eine Schnittstelle namens Pop-Port etwa an das bereits erhältliche Fashionhandy 7210 angesteckt und über ein weiteres Ansteckkabel zum Headset umfunktioniert werden kann. Kommende Mobiltelefone von Nokia werden vielfach mit dem Pop-Port versehen sein. Oder das demnächst erhältliche P800 von Sony Ericsson, ein Triband-Handy, das auch Personal Digital Assistant und Kamera umfasst.

Eine Nutzung von vielen

Mit der zunehmenden Verwendung der Handys als Schnappschusskameras zeigt sich, dass der Bilderversand an ein anderes MMS-fähiges Gerät nur eine Nutzung von vielen ist. Die Handyfotografen wollen ihre digitalen Bilder auch auf ihren Computer überspielen, dort archivieren und eventuell bearbeiten.

Damit die Bilder nicht nur auf den kleinen Handydisplays gut kommen, sondern auch auf einem Computerbildschirm, müssen die Fotos nicht nur in der niedrigen Auflösung von 160 x 120 Pixel (Bildpunkten) speicherbar sein. Auch eine relativ hohe Auflösung, beispielsweise mit 640 x 480 Pixel, sollte möglich sein. Weiterhin ist auch bei diesem höchsten Pixelstandard eine gute Druckqualität nicht gegeben.

Speicherplatz

Das Abspeichern in der höheren Qualität geht natürlich auf Kosten des Handyspeicherplatzes. Ein Bild mit niedriger Auflösung ist zwischen 3-6 Kilobyte (KB) "schwer", bei der höchsten Einstellung sind es 50-60 KB. Das S55 von Siemens beispielsweise kann "nur" zehn Fotos in hochauflösender Qualität speichern, 77 in niedriger. Das bereits auf dem Markt befindliche Kamerahandy Nokia 7650 speichert unter der Einstellung "low" 100 Bilder, bei der höchsten 30-40. Künftige Geräte wie das P800 von Sony Ericsson werden deshalb auch mit einem externen Speicher (Memory Stick) lieferbar sein, der bis zu 2000 Bilder aufbewahren kann.

Auch ist es angenehm, wenn neben einem normalen Datenkabel die Geräte mit einer Bluetooth- und/oder Infrarot-Schnittstelle ausgestattet sind, mit der die drahtlose Kommunikation zwischen Handy und PC oder Laptop bewerkstelligt werden kann. Abzuraten ist, die Fotos via MMS an den eigenen Rechner zu verschicken, weil dies bei Vielfotografierern schnell zu einer kostspieligen Angelegenheit wird.

Ob man sich für eine integrierte Kamera im Handy entscheidet oder für einen Aufsatz ist Geschmacksache und hängt von der geplanten Art der Nutzung ab. All-in-one-Geräte eignen sich besser für spontane Schnappschüsse; Handys mit Zusätzen sind dafür um einiges leichter. (Johanna Ruzicka, DER STANDARD, Printausgabe 11.1.2002)