Wijk aan Zee - Im holländischen Badeort Wijk aan Zee beginnt am Samstag das erste Super-Schachturnier des Jahres. Am Start sind nebst Garri Kasparow 14 Großmeister von Rang und Namen. Mit Wladimir Kramnik und Ruslan Ponomarjow aus der Ukraine sind gleich zwei regierende Weltmeister mit von der Partie.

Der Turnierbeginn wird durch einen Streit des Weltschachbundes FIDE mit Ponomarjow überschattet. Der 19-Jährige hat bisher die Verträge zu den geplanten Wiedervereinigungswettkämpfen nicht unterzeichnet. In diesem Jahr ist geplant den "Weltmeister aller Klassen" auszuspielen. Ponomarjow soll dabei auf Kasparow, Kramnik hingegen auf den Ungarn Peter Leko treffen. Die Sieger ermitteln dann im Herbst den Champ.

Streit um Bedenkzeit

Ponomarjow hat wiederholt erklärt, mit den Bedingungen für seinen Kampf gegen Kasparow nicht einverstanden zu sein. Strittig ist besonders die Bedenkzeit. Ponomarjow möchte mit der zuletzt von der FIDE praktizierten verkürzten Bedenkzeit spielen. Außerdem will er bei einem Remis seinen WM-Titel behalten. Der Weltverband hat seinem Weltmeister ein Ultimatum zur Unterzeichnung der Verträge gestellt, das vor Beginn des Turniers in Wijk aan Zee abläuft.

Karpow wieder da

Nach fünfjähriger Pause wurde Ex-Champion Anatoli Karpow aus Russland wieder eingeladen. Er hat vor Weihnachten mit seinem Sieg in New York gegen Kasparow gezeigt, dass mit ihm immer zu rechnen ist. Auch der der indische Ex-Weltmeister Viswanathan Anand sowie die Ungarin Judit Polgar kämpfen um die Siegprämie von 10.000 Euro. Die Antrittsgelder für die Stars sind allerdings bedeutend höher. (APA/dpa)