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Foto: Reuters/Montage: derStandard.at

Washington - Der Sicherheitsgürtel rund um die USA soll noch enger zugezogen werden: US-Wissenschafter basteln an einer verbesserten Methode, um potenzielle Attentäter, die radioaktives Material einschmuggeln wollen, auffliegen zu lassen. Die dafür verwendete Technik ist die Fission, die Kernspaltung.

Das Verfahren soll radioaktives Material wie waffentaugliches Uran oder Plutonium selbst dann entdecken, wenn es in strahlenabsorbierendem und Durchleuchtung verhinderndem Blei versteckt ist - was mit bisherigen Detektoren kaum möglich ist.

Das neue System produziert hochenergetische Röntgenstrahlen, die sogar Frachtcontainer samt herkömmlichen Abschirmmaterialien durchdringen. Trifft die Strahlung dabei auf verstecktes radioaktives Material, löst sie eine Kernfission aus, Uran- oder Plutoniumkerne zerfallen in kleinere Fragmente, berichtet das Fachblatt New Scientist.

Bei diesem Spaltungsprozess werden Neutronen freigesetzt, die ebenfalls die Schutzhüllen wie etwa Bleimäntel durchdringen können. Diese nach außen tretende Neutronenstrahlung wird schließlich mit einem speziellen Detektor gemessen.

Ein knapp 3,5 Millionen Euro teurer Prototyp werde gerade viel versprechenden Test unterzogen, erklärt Projektleiter James Jones vom Idaho National Engineering and Environmental Laboratory. In einem Jahr könnte das System bei allen US-Grenzkontrollen eingesetzt werden. (fei/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 11./12. 1. 2003)