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Foto: reuters/ KIMBERLY WHITE

Caracas - Venezuelas Präsident Hugo Chavez hat am 40. Tag eines Generalstreiks der Opposition mit einer Intervention und der militärischen Besetzung von Lebensmittel-Fabriken gedroht.

Er werde nicht zulassen, dass das "man das Volk vor Hunger sterben lässt", sagte der Linksnationalist am Freitag in einer Rede in der Stadt San Carlos im südwestlichen Land Cojedes, in Anspielung auf die schweren Versorgungsengpässe, die der Ausstand im Land verursacht.

Chavez droht Streikenden

Bei der feierlichen Übergabe von Landbesitzurkunden an 47 Familien von landlosen Bauern sagte Chavez, die Unternehmer seien "Oligarchen", die das Volk "in Hunger und Elend stürzen" wollten. Der Präsident rief außerdem die "ehrlichen Richter" dazu auf, die "Landesverräter" und "Terroristen", die den Streik organisiert hätten, ins Gefängnis zu stecken. Dem UNO-Generalsekretär Kofi Annan habe er am Freitag gesagt, so Chavez, dass es in Venezuela keine demokratische Auseinandersetzung gebe, sondern eine Verschwörung von "terroristischen Gruppen gegen die Regierung".

USA wolen sich aus Sorge vor Öl- Engpässen in Politik einschalten

Der seit dem 2. Dezember anhaltende Ausstand, mit dem die Opposition einen Rücktritt des als "autoritär" kritisierten Chavez oder zumindest Neuwahlen erzwingen will, hat auch die venezolanische Ölindustrie weit gehend lahm gelegt. Die USA wollen sich aus Sorge vor möglichen Öl-Engpässen in den Konflikt einschalten. Eine entsprechende Initiative werde die Regierung von Präsident George W. Bush in der kommenden Woche bekannt geben, berichtete die "Washington Post" am Freitag. Erstes Ziel der internationalen Bemühungen solle ein Ende des Streiks sein.

Banken setzen Generalstreiks gegen Chavez fort

Die Angestellten der Banken setzten unterdessen am Freitag ihre Arbeitsniederlegung im Rahmen des Generalstreiks gegen Chavez fort. Der Führer der Bankengewerkschaft, Jose Torres, sagte, mehr als 80 Prozent aller Banken hätten sich am Vortag dem Ausstand angeschlossen. Auch am Freitag öffneten nach Medien-Berichten nur wenige Bankfilialen im Zentrum von Caracas. (APA)