Taipeh - Der deutsche Halbleiterhersteller Infineon Technologies AG zieht sich nach einem Streit mit dem taiwanesischen Chiphersteller Mosel Vitelic aus dem Gemeinschaftsunternehmen ProMOS Technologies zurück, nachdem Mosel die Kontrolle des ProMOS-Boards gelungen ist. Infineon teilte am Samstag in Taipeh mit, man werde die Beteiligung über 30 Prozent an ProMOS vollständig verkaufen.

Infineon habe die Entscheidung mit Bedauern getroffen, hieß es in der Mitteilung weiter. Alle Bemühungen, um mit Mosel, das 37 Prozent an dem Joint Venture hält, ein Geschäftsmodell für ProMOS auszuhandeln, würden eingestellt. Nach einer zwölfstündigen Sitzung hatte die außerordentliche Hauptversammlung am Freitag lediglich zwei Infineon-Vertreter in den neun Mitglieder umfassenden Board gewählt. Mosel stellt jetzt sechs Mitglieder im Führungsgremium. Ein Platz blieb vakant.

Die von wütenden Vorwürfen geprägte Versammlung beschloss außerdem, ProMos dürfe nun auch mit anderen Firmen Abkommen über Fertigungstechnologie schließen. Bisher produziert ProMos mit Infineon-Linzenzen.

Der auf Infineon entfallende Teil der ProMos-Fertigung von DRAM-Speicherchips macht etwa zehn bis 15 Prozent der Gesamtkapazität des deutschen Unternehmens aus, das seine Chips in eigenen Fabriken, Gemeinschaftsfirmen und bei externen Zulieferern fertigen lässt. Die Infineon-Aktie schloss am Freitag nahezu unverändert bei 7,85 Euro. (APA)