Wien - Die Treibhausgasemissionen sind laut einem Bericht des Umweltbundesamt im Jahr 2001 in Österreich gegenüber 2000 um 4,8 Prozent gestiegen. Diese Entwicklung sei in erster Linie auf eine wetterbedingt längere Heizperiode sowie energiemarktbedingte Ursachen zurückzuführen, hieß es in einer Aussendung des Landwirtschaftsministeriums.

Umweltminister Wilhelm Molterer (V) sieht damit die Notwendigkeit einer raschen und konsequenten Umsetzung der nationalen Klimastrategie bestätigt. Vor allem die Ökologisierung des Steuersystems, die Umsetzung der flexiblen Mechanismen als auch schließlich spürbare Impulse der Umweltförderung seien wesentliche Maßnahmen im Kampf gegen den Klimawandel, so der Ressortchef.

Kohlendioxid Hauptverursacher

Mit etwa vier Fünftel (80,5%) aller Emissionen ist Kohlendioxid (CO2) der Hauptverursacher an Treibhausgasen. Die restlichen Emissionen des "Kyoto-Korbs" werden durch Methan mit etwa elf Prozent, Lachgas mit etwa sieben Prozent und von drei F-Gasen (teilfluorierte Kohlenwasserstoffe, Fluorkohlenwasserstoffe und Schwefelhexafluorid) mit zwei Prozent verursacht.

Längere Heizperiode

2001 waren die Wintermonate deutlich kälter als im Jahr zu vor. Ein unmittelbarer Vergleich der beiden Jahre ist somit nur eingeschränkt möglich, hieß es in der Aussendung. Gegenüber 1996 - als ähnliche klimatische Bedingungen wie 2001 herrschten - sind die Emissionen aller sechs Treibhausgase allerdings ebenfalls um 1,5 Prozent angestiegen, jene von CO2 um 3,7 Prozent.

Die CO2-Emissionen aus Kraft- und Heizwerken sind von 2000 auf 2001 um etwa 17,5% bzw. um zwei Millionen Tonnen gestiegen. Neben der witterungsbedingten höheren Fernwärmeerzeugung waren vor allem Stromverbrauchszuwächse für diese Entwicklung ausschlaggebend. Es kam dabei zu einem Anstieg des Umwandlungseinsatzes von Kohle.

Ein markanter Anstieg der CO2-Emissionen war mit plus acht Prozent auch im Verkehr zu verzeichnen. Im Jahr 2001 wurden in Österreich gegenüber dem Jahr 2000 etwa 0,4 Millionen Tonnen mehr an Diesel verkauft. Dies entspricht einem Plus von etwa 1,3 Millionen Tonnen Kohlendioxid.

Verursacher des Anstiegs sind der weiter wachsende Schwerverkehr sowie die zunehmenden Preisdifferenzen bei Treibstoffen zwischen Österreich und dem benachbarten Ausland, die zu erhöhtem Tanktourismus nach Österreich führen. (APA)