Bild nicht mehr verfügbar.

Adel Smith muss in der Sendung verarztet werden

Foto: APA/ ANSA

Rom - Der Präsident der italienischen Moslemvereinigung, Abel Smith, ist am Freitag Abend mit einem Mitarbeiter von einer Gruppe Neofaschisten angegriffen und verletzt worden, während er an einer Talkshow im Studio des TV-Senders "Telenuovo" in Verona teilnahm. Smith und der Sekretär der Organisation, Massimo Zucchi, waren Gäste einer Sendung über Einwanderungsfragen, als 20 Jugendliche, die sich als Anhänger der rechtsextremistischen Bewegung "Forza Nuova" bezeichneten, in das Studio eindrangen. Mit Knüppeln und Stöcken griffen sie Smith und Zucchi an, während die TV-Kameras die Geschehnisse live übertrugen.

Nach wenigen Minuten verließen die Jugendlichen das total verwüstete Fernsehstudio. Sechs von ihnen konnten von der Polizei festgenommen werden, die inzwischen alarmiert wurde. Die Polizei fahndet nach den weiteren Mitgliedern des Kommandos, die ihren Angriff genau geplant hatten.

Der Angriff, der von Tausenden Zuschauern live gesehen wurde, löste entrüstete Reaktionen aus. Bereits am vergangenen Wochenende war es im Laufe einer vom lokalen TV-Sender "Serenissima" in Padua organisierten Talk-Show über den Islam zu einer Prügelei zwischen Smith selbst und dem Kolumnisten der Tageszeitung "Il Foglio", Carlo Pelanda, gekommen. Smith hatte die Attentate des 11. September als "internes Manöver der USA" und als "interner Staatsstreich" bezeichnet. Pelanda hatte daraufhin Smith als "Terrorist" beschimpft. Das Wortgefecht war schließlich vor laufender Kamera in eine brutale Schlägerei ausgeartet. In den letzten Tagen hatte Smith Morddrohungen erhalten.

Der Oberstaatsanwalt von Verona, Guido Papalia, der heikle Ermittlungen gegen neofaschistische Gruppen geführt hat, verurteilte den Angriff gegen Smith und warnte vor einer neuen, blutigen Strategie rechtsextremistischer Organisationen. Die italienischen Altkommunisten warnten vor der zunehmenden Intoleranz gegen andere Kulturen und Religionen in Italien. (APA)