Dubai/Kuwait - Der türkische Ministerpräsident Abdullah Gül ist am Samstag zu einem eintägigen Besuch in Saudiarabien eingetroffen. Bei den Gesprächen mit der saudischen Führung soll es um Wege zur Vermeidung eines Irak-Krieges gehen. Nach Angaben der offiziellen saudischen Nachrichtenagentur SPA wurde Gül am Flughafen in Riad von Kronprinz Abdullah empfangen, dem De-facto-Herrscher Saudiarabiens. Geplant waren auch Gespräche mit König Fahd und anderen Regierungsvertretern.

Beide Länder sind Nachbarn des Irak und zugleich wichtige Verbündete der USA. Auf amerikanische Bitten um die Nutzung von Stützpunkten für einen eventuellen Militärschlag gegen den Irak reagierten sowohl Ankara als Riad bisher zurückhaltend. Der saudische Außenminister Prinz Saud el Faisal sagte am Dienstag, zunächst sollten die UNO-Waffeninspektoren bestätigen, dass der Irak Massenvernichtungswaffen entwickele. Erst dann werde Riad entscheiden, ob es einen Angriff auf das Nachbarland unterstütze.

Die Türkei erlaubte der US-Regierung am Freitag nach langem Zögern die Inspektion von türkischen Luftstützpunkten und Häfen für eine mögliche Nutzung im Konflikt mit dem Irak. Ein Team von 150 US- Militärexperten soll am Montag in die Türkei kommen, um die Anlagen in Augenschein zu nehmen. Gül, der in der vergangenen Woche bereits Syrien, Jordanien und Ägypten besuchte, reist am Sonntag in den Iran weiter.

Die kuwaitische Regierung hofft unterdessen auf eine friedliche Lösung des Irak-Konflikts und einen politischen Wechsel in Bagdad "von innen heraus". "Wir hoffen, dass die Militäraktion verhindert werden kann und sich die (politische) Situation auf natürliche Weise verändert", sagte der kuwaitische Außenminister Scheich Sabah el Ahmad el Sabah am Samstag vor dem Antritt einer dreitägigen Iran-Reise. Die Irak-Krise ist eines der zentralen Themen seines Besuchs in Teheran.

Kuwait ist einer der wichtigsten Verbündeten der Vereinigten Staaten. Der Einmarsch irakischer Truppen in Kuwait 1990 hatte den Golfkrieg 1991 ausgelöst. (APA/dpa)