Nairobi - Im Kongo leben nach Angaben der Vereinten Nationen schätzungsweise 90.000 Flüchtlinge unter schwierigsten Umständen. Die Zahl habe sich in den vergangenen drei Monaten mit der Zunahme der Rebellenkämpfe verdoppelt, erklärten Vertreter des UNO-Welternährungsprogramms (WFP) am Dienstag in der kenianischen Hauptstadt Nairobi.

Das WFP betreut rund 30.000 Flüchtlinge in und um die Hauptstadt Brazzaville. Weitere 60.000 werden in den Wäldern südwestlich der Hauptstadt vermutet. Hilfsorganisationen sei es bisher nicht gelungen, zu ihnen zu gelangen. "Wir sind sehr besorgt über das Schicksal dieser Leute", betonte der für Kongo zuständige WFP-Direktor Sory Ouane. "Wir kennen nicht ihren Zustand, aber wir befürchten das Schlimmste."

Nach dem mehr als vierjährigen Krieg in der Demokratischen Republik Kongo mit schätzungsweise 2,5 Millionen Toten hatten Regierung und Rebellen Mitte Dezember 2002 ein Abkommen zur Einsetzung einer Übergangsregierung unterzeichnet. Sie soll den Weg zu demokratischen Wahlen vorbereiten. Das Abkommen sieht vor, Präsident Joseph Kabila für zwei weitere Jahre im Amt zu belassen. Zahlreiche vorangegangene Abmachungen zwischen Regierung und Opposition hatten den Bürgerkrieg nicht beenden können. (APA/dpa)