Gaza-Stadt - Israelische Soldaten haben bei Einsätzen im Gaza-Streifen in der Nacht zum Sonntag Augenzeugen zufolge zwei Palästinenser getötet und 14 verletzt. Die israelische Armee erklärte, bei einem Anti-Terror-Einsatz sei es zu Schusswechseln mit militanten Palästinensern gekommen. Der palästinensische Sicherheitschef Abdel Razzek Majaidi sprach von einer der größten Operationen der israelischen Streitkräfte seit Monaten.

Die Soldaten seien nach Mitternacht mit mehreren Dutzend Panzern und unterstützt von Kampfhubschraubern in die Palästinenser-Stadt Khan Yunis eingerückt und hätten vier Gießereien zerstört, berichteten die Augenzeugen. Nach israelischer Einschätzung werden in den Fabriken Waffen hergestellt. Ein Palästinenser sei durch ein Panzergeschoss getötet worden, verlautete aus einem Krankenhaus der Stadt. 14 weitere Palästinenser seien verletzt worden. Ein Stromausfall sorgte für völlige Dunkelheit in der 200.000 Einwohner großen Stadt.

Arafat mahnt zum Gewaltverzicht vor israelischen Wahlen

Die Armee sei auch in die palästinensische Stadt Beit Hanun vorgedrungen, berichteten Augenzeugen. Anschließend sei Geschützfeuer zu hören gewesen. In der Stadt habe die Armee nach palästinensischen Angaben zwei Häuser zerstört. Eines davon habe einem Aktivisten der Organisation Islamischer Jihad gehört, der bei einem Angriff auf ein israelisches Schiff im vergangenen Jahr getötet worden war. Als Reaktion auf Anschläge radikaler Palästinenser ist die israelische Armee mehrfach vorübergehend in den Gaza-Streifen eingerückt. Zudem hält sie einen großen Teil des Westjordanlandes besetzt.

Die Regierung von Palästinenser-Präsident Yasser Arafat rief am Samstag die militanten Palästinenser auf, vor den Parlamentswahlen in Israel auf Gewalt gegen israelische Zivilisten zu verzichten. Solche Angriffe hätten der Sache der Palästinenser international wie in der israelischen Öffentlichkeit sehr geschadet, hieß es in der Erklärung der Regierung. (APA/Reuters/AP)