Washington - Seit Wiedereinführung der Todesstrafe 1976 wurden in den USA 820 Menschen hingerichtet. Sie starben auf dem elektrischen Stuhl, in der Gaskammer, durch Erschießungskommando oder durch Giftinjektion. Die meisten Exekutionen finden heute durch die Giftspritze statt.

Knapp 3700 Männer und Frauen saßen nach Angaben des "Informationszentrums Todesstrafe" im vergangenen Jahr in den Todestrakten amerikanischer Gefängnisse. Spitzenreiter bei der Vollstreckung ist der Bundesstaat Texas, wo Präsident George W. Bush bis zu seiner Wahl Gouverneur war. Dort wurden seit 1976 allein 289 Menschen hingerichtet. Im vergangenen Jahr waren es 71.

Kritiker glauben, Hautfarbe und soziale Herkunf beeinflussten die Urteile

Gegner der Todesstrafe kritisieren seit langem, dass Hautfarbe und soziale Schicht der Täter und Opfer die Urteilsfindung beeinflussen. 45 Prozent der Todeszellen-Insassen sind nach Angaben der Organisation NAACP, die sich für die Belange der Schwarzen einsetzt, Schwarze, obwohl diese nur 13 Prozent der Bevölkerung ausmachen. In 80 Prozent der Prozesse mit Todesurteil waren die Opfer Weiße, obwohl sie landesweit nur 50 Prozent der Opfer ausmachen. Immer wieder werden zum Tode Verurteilte begnadigt, weil sich ihre Unschuld durch Geständnisse anderer oder neue Beweismittel herausstellt.

In 38 Bundesstaaten ist die Todesstrafe gesetzlich erlaubt. Illinois verhängte vor drei Jahren ein Moratorium auf die Vollstreckung der Todesstrafe, Maryland bei Washington folgte im vergangenen Jahr. In beiden Bundesstaaten wurde dies mit alarmierenden Hinweisen begründet, dass Menschen mit anderer als weißer Hautfarbe bei den Prozessen systematisch diskriminiert werden. Die Todesstrafe ist seit 1791 in der US-Verfassung erlaubt. Das Oberste Gericht erklärte Hinrichtungen 1972 jedoch als "willkürlich und grausam" und für verfassungswidrig. Das Richtergremium revidierte das Votum vier Jahre später. (APA/dpa)