Teheran/Kairo - Nach einem Sturz von Präsident Saddam Hussein sollte nach dem Willen der irakischen Opposition im Irak eine aus drei Mitgliedern bestehende Präsidenten-Kommission eingesetzt werden. Das sagte der Vorsitzende der Patriotischen Union Kurdistans (PUK), Jalal Talabani, der iranischen Regierungszeitung "Iran" (Sonntagsausgabe). Der Kommission sollten ein Kurde, ein sunnitischer und ein schiitischer Moslem angehören, meinte der kurdische Oppositionsführer.

Wie Talabani ferner mitteilte, dürfte sich das zweite Treffen der irakischen Opposition um einige Tage verschieben, es werde aber auf jeden Fall im Jänner im Nordirak stattfinden. Das Treffen war zunächst für den 15. Jänner geplant. Der PUK-Vorsitzende wiederholte, es gebe keine Pläne zur Errichtung eines unabhängigen Kurdistans im Irak. Vielmehr sei an ein föderalistisches System mit Kurden und Moslems gedacht, die in einem vereinigten Irak leben. Talabani hatte sich zu einem fünftägigen Besuch im Iran aufgehalten.

Die PUK kontrolliert zusammen mit der Demokratischen Partei Kurdistans (KDP) von Massud Barzani ein Gebiet im Nordirak, das durch eine Flugverbotszone geschützt ist, die von den USA und Großbritannien kontrolliert wird. Mubarak: "Vernichtung des irakischen Volkes" verhindern

Der ägyptische Präsident Hosni Mubarak hat unterdessen die irakische Regierung zur Mäßigung aufgefordert, "um die Vernichtung des irakischen Volkes zu vermeiden". Bagdad solle den UNO- Waffeninspektoren bei ihren Kontrollen keine Hindernisse in den Weg legen, sagte Mubarak am Sonntag bei der Eröffnung eines Wasserprojekts in Oberägypten.

Sollten sich die USA tatsächlich entschließen, diesen Krieg zu führen, so könne der Rest der Welt nicht viel dagegen unternehmen, erklärte Mubarak. "Wir müssen bedenken, dass niemand die USA daran hindern kann, den Irak oder irgendein anderes Land anzugreifen", sagte er. Die Wahrscheinlichkeit, dass die USA einen Krieg gegen den Irak beginnen, schätze er auf 50 Prozent.

Ein von den USA angeführter Krieg gegen den Irak würde nach Ansicht des ägyptischen Präsidenten außerdem zu einer Radikalisierung der Bevölkerung in der arabischen Welt führen. Ägypten sei daher sehr besorgt über die möglichen Folgen eines Angriffs. Wie die Konsequenzen eines Krieges im Einzelnen aussähen, sei im Einzelnen schwer vorauszusehen. (APA/dpa)